Eingabedaten und Informationsquellen
Die Angaben im Antrag machen die Antragstellerinnen und Antragsteller selbst. Das System bewertet Anträge bestimmter Personen oder Unternehmen mit ihren Angaben.
Englisch: Risk scoring for benefit and grant applications
Behörden bewerten Anträge oder Zahlungen nach dem Risiko von Fehlern oder Betrug und wählen so aus, welche Fälle sie genauer prüfen.
Den Anwendungsfall verstehen
Wer sehr viele Anträge bearbeitet, prüft nur einen Teil davon genauer, und ein Modell schlägt vor, welche Fälle das sein sollen. Behörden in Großbritannien und den Niederlanden nutzen solche Modelle, im niederländischen Skandal um das Kinderbetreuungsgeld gerieten Tausende Familien zu Unrecht unter Verdacht.
Die Seite beschreibt einen typischen Aufbau. Die tatsächlichen Datenwege und Befugnisse ergeben sich aus Ihrer Umsetzung.
Aufbau und Datenwege
Das Modell erhält Antragsangaben, frühere Anträge und Zahlungen sowie weitere Daten aus dem Fachverfahren.
Die Angaben im Antrag machen die Antragstellerinnen und Antragsteller selbst. Das System bewertet Anträge bestimmter Personen oder Unternehmen mit ihren Angaben.
Das Modell vergleicht den Antrag mit früheren Fällen und berechnet das Risiko eines Fehlers oder Betrugs.
Das System verarbeitet Angaben aus Anträgen und weiteren zugelassenen Beständen und schätzt einen Prüfbedarf. Eine Auswahlregel priorisiert anschließend die Fälle für eine nähere Untersuchung. Auswahl zur Prüfung, Sachverhaltsfeststellung und Entscheidung über eine Leistung sind verschiedene Verfahrensschritte.
Jeder Antrag erhält einen Risikowert, und Fälle für die nähere Prüfung sind gekennzeichnet.
Das Ergebnis beschreibt die definierte Modellaufgabe. Ein Treffer, eine Kategorie oder eine Prognose erhält seine fachliche Bedeutung erst zusammen mit den zugrunde liegenden Daten und dem vorgesehenen Verwendungszweck.
Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter prüfen die gekennzeichneten Fälle, fordern Nachweise an und entscheiden über Bewilligung, Kürzung oder Rückforderung.
Die Einbindung bestimmt, ob das Ergebnis lediglich angezeigt, nach Freigabe übernommen oder direkt in ein Fachverfahren geschrieben wird. Diese Varianten unterscheiden sich in ihren Datenwegen und Befugnissen.
Aufbau aktiv erkunden: Wählen Sie einen Baustein, um seine Aufgabe, die ein- und ausgehenden Daten und die Einbindung im Anwendungsfall zu sehen. Der geführte Ablauf erläutert jede Phase. Mit Ja, Offen und Nein können Sie anschließend Ihre konkrete Systemvariante abbilden.
8 zuerst zu prüfen9 zu klären7 Grundlagen
Das Bild zeigt den Anwendungsfall, wie er typischerweise gebaut ist. Wählen Sie einen Baustein, um zu sehen, was dort geschieht, und stellen Sie seine Merkmale auf Ihr System um. Mit „Analysehinweise“ sehen Sie anschließend, welche Prüfkandidaten zu diesem Aufbau gehören. Die Prüfliste der Seite bleibt auf den typischen Fall bezogen.
Noch keine. Jede Umstellung erscheint hier.
Im gezeigten Aufbau: 8 zuerst zu prüfen, 9 zu klären, 7 Grundlagen.
Zugang von außen: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Eingabe: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Grundlage für jedes KI-System
Inhalte Dritter: Vorhanden
KI-Modell: Gehört zu jedem KI-System
Zu klären
Grundlage für jedes KI-System
Dienst eines Anbieters: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Training und Rückmeldung: Vorhanden
Zuerst prüfen
Ergebnis: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Fachanwendung oder Anlage: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Mensch: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Betroffene Person: Vorhanden
KI-Dienste ohne Freigabe: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Lieferkette und technische Basis: 5 Grundlagen, die für jedes KI-System gelten
Grundlage für jedes KI-System
Betrugserkennung im Zahlungsverkehr
Bewertet Zahlungen im Zahlungsverkehr einer Bank oder eines Zahlungsdienstleisters
Kreditscoring und Bonitätsprüfung
Bewertet, ob eine Person einen Kredit zurückzahlen kann
Die Angaben im Antrag machen die Antragstellerinnen und Antragsteller selbst. Das System bewertet Anträge bestimmter Personen oder Unternehmen mit ihren Angaben.
Das Modell verarbeitet die Eingaben. Ob es intern oder bei einem Dienstleister läuft, muss für die konkrete Umsetzung geklärt werden.
Behörden trainieren solche Modelle mit ihren eigenen früheren Fällen. Die Ergebnisse der Prüfungen, die das Modell ausgelöst hat, werden zu neuen Lernbeispielen.
Je nach Behörde hält die Auswahl eine Zahlung selbst an oder legt den Fall nur der Sachbearbeitung vor.
Ein eingebundener Anbieter legt den Verarbeitungsort nicht automatisch fest. Speicherort, Unterauftragnehmer, Löschfristen und die Nutzung für Training sind im konkreten Betrieb zu prüfen.
Risiken einordnen und Maßnahmen festlegen
Daten, Beteiligte, Schnittstellen und Rechte erfassen. Offene Merkmale im Modell klären.
Prüfkandidaten auf die tatsächlichen Datenwege beziehen: Was könnte passieren und wer wäre betroffen?
Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit im Einsatzkontext bewerten. Die Anzahl der Prüfkandidaten ist kein Risikowert.
Geeignete Kontrollen auswählen, Verantwortliche und Wirksamkeitsprüfungen festlegen. Restrisiken und Freigaben dokumentieren.
Insgesamt kommen bei diesem Anwendungsfall 24 Bedrohungen aus dem Bedrohungskatalog infrage.
Außerdem prüfen: ob das System Gruppen benachteiligt
Prüfen Sie, ob Auswahl, Rangfolge oder Bewertung Menschen mit geschützten Merkmalen benachteiligen, etwa nach Geschlecht, Alter oder Herkunft.
Übermäßiges Vertrauen in das KI-System
Wer einen ausgewählten Fall prüft, geht leicht davon aus, dass etwas nicht stimmt. Aus einer Auswahl zur Prüfung wird so ein Verdacht, wie es beim niederländischen Kinderbetreuungsgeld geschehen ist.
Geprüft und damit zum Lernbeispiel werden vor allem die Fälle, die das Modell selbst ausgewählt hat. So bestätigt es seine früheren Annahmen, und Gruppen, die es einmal häufiger ausgewählt hat, geraten immer öfter in die Prüfung.
Unsicherer Umgang mit Modellausgaben
Die Auswahl geht in das Fachverfahren weiter und kann dort eine Zahlung anhalten. Ein falscher Risikowert verzögert dann die Leistung für eine Person, die darauf angewiesen ist.
Gezielte Datenvergiftung / Label-Vergiftung
Wer die Kennzeichnungen in den Trainingsdaten fälscht, kann die Ergebnisse des Modells gezielt verschieben.
Steht hier wegen dieser Eigenschaften
Über Trainingsdaten oder ein übernommenes Grundmodell kann das Modell versteckte Auslöser für Fehlverhalten enthalten.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Mit gezielten Abfragen lassen sich personenbezogene und schutzbedürftige Trainingsdaten teilweise aus dem Modell zurückgewinnen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaften
Offenlegung sensibler Informationen
Vertrauliche Inhalte können in Antworten, im mitgegebenen Kontext oder in Protokollen auftauchen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaften
Exfiltration aus der ML-Anwendung
Schutzbedürftige Daten können über Werkzeuge, Netzverbindungen, Speicher oder Innentäter abfließen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Je nach Aufbau Ihres Systems kommen bis zu 9 weitere hinzu. Neun Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System. Zwei davon sind hier besonders wichtig und stehen deshalb oben.
Jedes Ja setzt weitere Bedrohungen auf Ihre Prüfliste, insgesamt bis zu 9. Können Sie eine Frage noch nicht beantworten, prüfen Sie die Bedrohungen mit.
Wie Ihr System gebaut ist
Wie Sie das System betreiben
Je nach Behörde hält die Auswahl eine Zahlung selbst an oder legt den Fall nur der Sachbearbeitung vor.
Wenn ja, kommt hinzu
Ist das Modell auf möglichst viele Treffer je Prüfung eingestellt, arbeitet es auf ein Ziel der Behörde hin.
Wenn ja, kommt hinzu
Diese Fragen stellen sich bei fast jedem KI-System.
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Maßnahmen zu den Prüfschwerpunkten sind direkt geöffnet. Die verlinkten Maßnahmen erläutern jeweils die Umsetzung.
Maßnahmen gegen die übrigen Bedrohungen finden Sie auf deren Seiten im Bedrohungskatalog.
Für jedes KI-System Gilt seit dem 2. Februar 2025.
Je nach Einsatz Prüfanlass seit dem 2. Februar 2025.
Bei typischem Einsatz Prüfanlass ab dem 2. Dezember 2027.
Greift, wenn Beschäftigte oder Beauftragte KI-Systeme betreiben oder nutzen.
Gilt seit dem 2. Februar 2025.
Die Pflichten im Einzelnen
Greift, wenn eine Behörde mit dem System den Anspruch auf öffentliche Unterstützungsleistungen prüft, etwa indem es Anträge für die nähere Prüfung auswählt, oder Leistungen kürzt oder zurückfordert.
Gilt ab dem 2. Dezember 2027.
Die Pflichten im Einzelnen
Greift, wenn das System Personen über längere Zeit nach ihrem sozialen Verhalten oder persönlichen Eigenschaften bewertet und das zu Nachteilen in anderen Zusammenhängen oder zu unverhältnismäßigen Nachteilen führt.
Gilt seit dem 2. Februar 2025.
Die Pflichten im Einzelnen
Ihr System im Schnellprüfer einordnen Alle Pflichten im Pflichtenkompass
Diese Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System, egal wofür es eingesetzt wird.
Trifft eine dieser Fragen bei Ihrem System doch zu, kommen die genannten Bedrohungen hinzu.
Schreibt das System eigene Texte, etwa Antworten, Entwürfe oder Zusammenfassungen?
Das System gibt einen Risikowert oder eine Auswahl aus, keinen Text.
Wenn ja, kommt hinzu
Erzeugt oder verändert das System Bilder, Töne, Stimmen oder Videos?
Wenn ja, kommt hinzu
Schreibt oder gestaltet das System auf freie Anfrage neue Inhalte, die Menschen direkt lesen, sehen oder hören? Übersetzen, Vorlesen und Abschreiben zählen nicht.
Wenn ja, kommt hinzu
Kann man dem System in normaler Sprache Aufträge geben, die es dann ausführt?
Wenn ja, kommt hinzu
Sucht das System in einer eigenen Sammlung von Dokumenten oder Datensätzen nach passenden Inhalten?
Wenn ja, kommt hinzu
Formuliert das System seine Antwort aus gefundenen Dokumenten?
Wenn ja, kommt hinzu
Nutzt das System ein Begriffsnetz (Wissensgraph), in dem Begriffe und ihre Beziehungen gespeichert sind?
Wenn ja, kommt hinzu
Merkt sich das System Inhalte aus früheren Gesprächen oder Aufgaben und nutzt sie später wieder?
Wenn ja, kommt hinzu
Ruft das System selbst andere Programme, Schnittstellen oder Suchdienste auf, auch wenn es dort nur liest?
Wenn ja, kommt hinzu
Legt das System seine nächsten Arbeitsschritte selbst fest, je nachdem, was vorher herauskam?
Wenn ja, kommt hinzu
Gibt das System Aufgaben an andere KI-Agenten weiter oder übernimmt es deren Ergebnisse?
Wenn ja, kommt hinzu
Ist das System über das Model Context Protocol (MCP) an Werkzeuge oder Datenquellen angebunden?
Wenn ja, kommt hinzu
Liegen Dokumente mehrerer Kunden, Abteilungen oder Berechtigungsgruppen im selben Suchspeicher?
Wenn ja, kommt hinzu
Können Menschen außerhalb Ihrer Organisation das System nutzen, auch ohne Anmeldung?
Das Modell läuft im Hintergrund der Behörde, wer einen Antrag stellt, hat keinen Zugang.
Wenn ja, kommt hinzu
Verarbeitet das System mehrere Arten von Eingaben zusammen, etwa Text mit Bild oder Sprache?
Wenn ja, kommt hinzu
Erzeugt das System Programmcode, Skripte oder Datenbankabfragen, die weiterverwendet werden?
Wenn ja, kommt hinzu
Führt das System selbst Programme, Skripte oder Befehle aus?
Wenn ja, kommt hinzu
KI-Verordnung, Anhang III Nr. 5 Buchst. a
Die Verordnung nennt KI-Systeme, mit denen Behörden den Anspruch auf öffentliche Unterstützungsleistungen prüfen, ausdrücklich in Anhang III.
UK Algorithmic Transparency Record, DWP Universal Credit Advances Model
Der Eintrag beschreibt einen Klassifikator, der aus Beispielen mit bekanntem Ergebnis gelernt hat.
Rechtbank Den Haag, Urteil zu SyRI vom 5. Februar 2020
Das Gericht erklärte die Rechtsgrundlage des niederländischen Systems zur Betrugsrisikoanalyse für unvereinbar mit Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention.
AI Incident Database, Incident 101 (Kinderbetreuungsgeld in den Niederlanden)
Die Datenbank dokumentiert, dass Tausende Familien zu Unrecht des Betrugs verdächtigt wurden.
Algoritmeregister NL, Risicomodel omzetdaling NOW, Ministerie van SZW
Der Eintrag beschreibt ein Risikomodell, das Anträge auf NOW für die nähere Prüfung auswählte und seit Januar 2026 außer Betrieb ist.
Stand: 30. September 2026. Regelwerk der Prüfliste in Fassung 0.3.2, Bedrohungskatalog in Fassung 2026.10.24.2. Wie diese Seiten aufgebaut sind