Eingabedaten und Informationsquellen
Betrag, Empfänger, Gerät und Ort bestimmt, wer die Zahlung auslöst, und das kann auch ein Betrüger sein. Jede Zahlung ist einer Karte oder einem Konto und damit einer Person zugeordnet.
Englisch: Payment fraud detection
Ein Modell bewertet jede Zahlung in Echtzeit auf Betrugsverdacht und hält auffällige Zahlungen an oder legt sie zur Prüfung vor.
Den Anwendungsfall verstehen
Zahlungsnetze, Zahlungsdienstleister und Banken nutzen solche Modelle. Für die Europäische Bankenaufsicht und die BaFin ist das einer der häufigsten KI-Einsätze im Finanzsektor.
Die Seite beschreibt einen typischen Aufbau. Die tatsächlichen Datenwege und Befugnisse ergeben sich aus Ihrer Umsetzung.
Aufbau und Datenwege
Zu jeder Zahlung kommen Betrag, Empfänger, Zeitpunkt, Gerät und Ort an, dazu die bisherigen Zahlungen von Karte oder Konto.
Betrag, Empfänger, Gerät und Ort bestimmt, wer die Zahlung auslöst, und das kann auch ein Betrüger sein. Jede Zahlung ist einer Karte oder einem Konto und damit einer Person zugeordnet.
Ein Modell vergleicht die Zahlung mit bekannten Betrugsmustern und dem üblichen Verhalten und berechnet einen Risikowert.
Das System vergleicht Transaktionen und ihre Merkmale mit erlernten Mustern oder einem erwarteten Verhalten. Es erzeugt eine Auffälligkeitseinschätzung, die weitere Prüfung auslösen kann. Eine Sperre oder Ablehnung entsteht erst durch die nachgelagerte Prozesslogik und die dort vorgesehenen Befugnisse.
Das System gibt die Zahlung frei, verlangt eine zusätzliche Bestätigung, hält sie an oder lehnt sie ab.
Das Ergebnis beschreibt die definierte Modellaufgabe. Ein Treffer, eine Kategorie oder eine Prognose erhält seine fachliche Bedeutung erst zusammen mit den zugrunde liegenden Daten und dem vorgesehenen Verwendungszweck.
Die Entscheidung fällt, während die Person an der Kasse oder im Onlineshop wartet, und legt fest, ob die Zahlung ausgeführt wird.
Durch Schreib- oder Ausführungsrechte kann das System einen Zustand in einer Anwendung verändern. Deshalb sind Modellantwort, Werkzeugaufruf und tatsächlich ausgeführte Änderung getrennt zu betrachten.
Aufbau aktiv erkunden: Wählen Sie einen Baustein, um seine Aufgabe, die ein- und ausgehenden Daten und die Einbindung im Anwendungsfall zu sehen. Der geführte Ablauf erläutert jede Phase. Mit Ja, Offen und Nein können Sie anschließend Ihre konkrete Systemvariante abbilden.
12 zuerst zu prüfen6 zu klären7 Grundlagen
Das Bild zeigt den Anwendungsfall, wie er typischerweise gebaut ist. Wählen Sie einen Baustein, um zu sehen, was dort geschieht, und stellen Sie seine Merkmale auf Ihr System um. Mit „Analysehinweise“ sehen Sie anschließend, welche Prüfkandidaten zu diesem Aufbau gehören. Die Prüfliste der Seite bleibt auf den typischen Fall bezogen.
Noch keine. Jede Umstellung erscheint hier.
Im gezeigten Aufbau: 12 zuerst zu prüfen, 6 zu klären, 7 Grundlagen.
Zugang von außen: Vorhanden
Zuerst prüfen
Zu klären
Eingabe: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Inhalte Dritter: Vorhanden
KI-Modell: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Zu klären
Dienst eines Anbieters: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Dokumentensammlung: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Training und Rückmeldung: Vorhanden
Zuerst prüfen
Ergebnis: Gehört zu jedem KI-System
Grundlage für jedes KI-System
Fachanwendung oder Anlage: Vorhanden
Zuerst prüfen
Mensch: Gehört zu jedem KI-System
Grundlage für jedes KI-System
Betroffene Person: Vorhanden
KI-Dienste ohne Freigabe: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Lieferkette und technische Basis: 5 Grundlagen, die für jedes KI-System gelten
Grundlage für jedes KI-System
Geldwäscheerkennung und Sanktionsscreening
Sucht über viele Buchungen nach Geldwäsche und gleicht Beteiligte mit Sanktionslisten ab
Kreditscoring und Bonitätsprüfung
Bewertet die Zahlungsfähigkeit einer Person statt einzelner Zahlungen
KI-gestützte Angriffserkennung
Erkennt übernommene Konten und Phishing im Netzwerk und in E-Mails
Betrag, Empfänger, Gerät und Ort bestimmt, wer die Zahlung auslöst, und das kann auch ein Betrüger sein. Jede Zahlung ist einer Karte oder einem Konto und damit einer Person zugeordnet.
Nutzt eine Bank oder ein Händler den Dienst eines Zahlungsdienstleisters, stammt das Modell von diesem.
Zahlungsnetze und Zahlungsdienstleister trainieren ihre Modelle mit den Zahlungen, die über sie laufen. Rückbuchungen und die Ergebnisse manueller Prüfungen fließen als neue Lernbeispiele zurück.
Das System hält Zahlungen mit hohem Risiko selbst an oder lehnt sie ab, bevor ein Mensch sie sieht.
Ein eingebundener Anbieter legt den Verarbeitungsort nicht automatisch fest. Speicherort, Unterauftragnehmer, Löschfristen und die Nutzung für Training sind im konkreten Betrieb zu prüfen.
Risiken einordnen und Maßnahmen festlegen
Daten, Beteiligte, Schnittstellen und Rechte erfassen. Offene Merkmale im Modell klären.
Prüfkandidaten auf die tatsächlichen Datenwege beziehen: Was könnte passieren und wer wäre betroffen?
Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit im Einsatzkontext bewerten. Die Anzahl der Prüfkandidaten ist kein Risikowert.
Geeignete Kontrollen auswählen, Verantwortliche und Wirksamkeitsprüfungen festlegen. Restrisiken und Freigaben dokumentieren.
Insgesamt kommen bei diesem Anwendungsfall 25 Bedrohungen aus dem Bedrohungskatalog infrage.
Außerdem prüfen: ob das System Gruppen benachteiligt
Prüfen Sie, ob Auswahl, Rangfolge oder Bewertung Menschen mit geschützten Merkmalen benachteiligen, etwa nach Geschlecht, Alter oder Herkunft.
Betrügerinnen und Betrüger testen mit kleinen Beträgen, welche Zahlungen durchgehen, und passen Betrag, Händler und Zeitpunkt an. Das Modell stuft die späteren Zahlungen dann als unauffällig ein.
Neue Maschen wie Überweisungen nach dem Anruf eines falschen Bankmitarbeiters sehen anders aus als die gelernten Fälle. Bis genug neue Beispiele vorliegen, erkennt das Modell sie schlechter.
Gezielte Datenvergiftung / Label-Vergiftung
Melden Kundinnen und Kunden eigene Käufe als Betrug, gelangen falsche Kennzeichnungen in die Lerndaten. Das Modell hält dann ähnliche rechtmäßige Zahlungen für verdächtig oder übersieht echte Fälle.
Excessive Agency (übermäßige Handlungsermächtigung)
Das System darf Zahlungen ohne menschliche Prüfung ablehnen. Ist die Schwelle falsch eingestellt, stoppt es in kurzer Zeit viele rechtmäßige Zahlungen.
Über eigenes Training oder Rückmeldungen aus dem Betrieb können manipulierte Daten in die Lerndaten gelangen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaften
Über Trainingsdaten oder ein übernommenes Grundmodell kann das Modell versteckte Auslöser für Fehlverhalten enthalten.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Wer das Modell abfragen kann, kann es mit vielen Abfragen nachbauen. Selbst trainierte Gewichte lassen sich über den Netzzugang stehlen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaften
Denial-of-Service auf das Modell
Aufwendige oder massenhafte Eingaben können die Rechenleistung des Modells erschöpfen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Mit gezielten Abfragen lassen sich personenbezogene und schutzbedürftige Trainingsdaten teilweise aus dem Modell zurückgewinnen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaften
Offenlegung sensibler Informationen
Vertrauliche Inhalte können in Antworten, im mitgegebenen Kontext oder in Protokollen auftauchen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaften
Exfiltration aus der ML-Anwendung
Schutzbedürftige Daten können über Werkzeuge, Netzverbindungen, Speicher oder Innentäter abfließen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Denial-of-Service auf die Anwendung
Ist die Anwendung über das Netz erreichbar, können massenhafte Anfragen sie lahmlegen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Je nach Aufbau Ihres Systems kommen bis zu 6 weitere hinzu. Neun Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System. Zwei davon sind hier besonders wichtig und stehen deshalb oben.
Jedes Ja setzt weitere Bedrohungen auf Ihre Prüfliste, insgesamt bis zu 6. Können Sie eine Frage noch nicht beantworten, prüfen Sie die Bedrohungen mit.
Wie Ihr System gebaut ist
Wie Sie das System betreiben
Manche Systeme speichern Konten, Geräte und Händler als Netz von Beziehungen, um zusammenhängende Betrugsringe zu erkennen.
Wenn ja, kommt hinzu
Stellt der Betreiber die Schwelle nach den Kosten von Betrug und entgangenem Umsatz ein, arbeitet das System auf ein geschäftliches Ziel hin.
Wenn ja, kommt hinzu
Diese Fragen stellen sich bei fast jedem KI-System.
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Maßnahmen zu den Prüfschwerpunkten sind direkt geöffnet. Die verlinkten Maßnahmen erläutern jeweils die Umsetzung.
Maßnahmen gegen die übrigen Bedrohungen finden Sie auf deren Seiten im Bedrohungskatalog.
Greift, wenn Beschäftigte oder Beauftragte KI-Systeme betreiben oder nutzen.
Gilt seit dem 2. Februar 2025.
Die Pflichten im Einzelnen
Anhang III Nr. 5 Buchst. b nimmt Systeme, die Finanzbetrug aufdecken sollen, ausdrücklich aus.
Die Pflichten im Einzelnen
Ihr System im Schnellprüfer einordnen Alle Pflichten im Pflichtenkompass
Diese Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System, egal wofür es eingesetzt wird.
Trifft eine dieser Fragen bei Ihrem System doch zu, kommen die genannten Bedrohungen hinzu.
Schreibt das System eigene Texte, etwa Antworten, Entwürfe oder Zusammenfassungen?
Das System gibt einen Risikowert und eine Entscheidung aus, keinen Text.
Wenn ja, kommt hinzu
Erzeugt oder verändert das System Bilder, Töne, Stimmen oder Videos?
Wenn ja, kommt hinzu
Schreibt oder gestaltet das System auf freie Anfrage neue Inhalte, die Menschen direkt lesen, sehen oder hören? Übersetzen, Vorlesen und Abschreiben zählen nicht.
Wenn ja, kommt hinzu
Kann man dem System in normaler Sprache Aufträge geben, die es dann ausführt?
Das Modell bewertet Zahlungsdaten und nimmt keine Aufträge in normaler Sprache entgegen.
Wenn ja, kommt hinzu
Sucht das System in einer eigenen Sammlung von Dokumenten oder Datensätzen nach passenden Inhalten?
Wenn ja, kommt hinzu
Formuliert das System seine Antwort aus gefundenen Dokumenten?
Wenn ja, kommt hinzu
Merkt sich das System Inhalte aus früheren Gesprächen oder Aufgaben und nutzt sie später wieder?
Wenn ja, kommt hinzu
Ruft das System selbst andere Programme, Schnittstellen oder Suchdienste auf, auch wenn es dort nur liest?
Wenn ja, kommt hinzu
Legt das System seine nächsten Arbeitsschritte selbst fest, je nachdem, was vorher herauskam?
Wenn ja, kommt hinzu
Gibt das System Aufgaben an andere KI-Agenten weiter oder übernimmt es deren Ergebnisse?
Wenn ja, kommt hinzu
Ist das System über das Model Context Protocol (MCP) an Werkzeuge oder Datenquellen angebunden?
Wenn ja, kommt hinzu
Liegen Dokumente mehrerer Kunden, Abteilungen oder Berechtigungsgruppen im selben Suchspeicher?
Wenn ja, kommt hinzu
Verarbeitet das System mehrere Arten von Eingaben zusammen, etwa Text mit Bild oder Sprache?
Wenn ja, kommt hinzu
Erzeugt das System Programmcode, Skripte oder Datenbankabfragen, die weiterverwendet werden?
Wenn ja, kommt hinzu
Führt das System selbst Programme, Skripte oder Befehle aus?
Wenn ja, kommt hinzu
Visa, Visa Prevents Approximately $25 Billion in Fraud Using Artificial Intelligence, 17. Juni 2019 Nach Angabe des Betreibers
Visa beschreibt, dass es alle Autorisierungen im VisaNet in Echtzeit mit KI bewertet.
Stripe, Radar: Risikobewertungen (Dokumentation) Nach Angabe des Betreibers
Stripe beschreibt, dass lernende Modelle das Risiko jeder Zahlung in Echtzeit bewerten.
EBA, Follow-up report on machine learning for IRB models, 2023
Die Europäische Bankenaufsicht nennt die Betrugserkennung als einen der wichtigsten Einsatzbereiche maschinellen Lernens bei Banken.
Die BaFin zählt die Betrugserkennung zu den häufigsten KI-Einsätzen im Finanzsektor.
Stand: 30. September 2026. Regelwerk der Prüfliste in Fassung 0.3.2, Bedrohungskatalog in Fassung 2026.10.24.2. Wie diese Seiten aufgebaut sind