Versatile AI Risk Assessment
Banken und Versicherungen

Geldwäscheerkennung und Sanktionsscreening

Englisch: AML transaction monitoring and sanctions screening

Banken durchsuchen Konten- und Zahlungsdaten nach Mustern der Geldwäsche und gleichen alle Beteiligten mit Sanktionslisten ab.

Interaktives Modell erkunden

Handout exportieren

Eine kompakte PDF mit Funktionsweise, Datenwegen und Prüfansätzen zum Weitergeben.

Die Erläuterungen und Maßnahmen beschreiben den typischen Aufbau. Viele eigene Änderungen ergänzen einen Anhang.

Den Anwendungsfall verstehen

Was macht diesen Anwendungsfall aus?

Lernende Verfahren ergänzen feste Regeln: Sie bewerten Kundinnen, Kunden und Konten nach ihrem Verhalten und erkennen Namen auch bei abweichender Schreibweise. Banken und Zahlungsdienstleister müssen ungewöhnliche Geldflüsse erkennen, Verdachtsfälle melden und Zahlungen an sanktionierte Personen verhindern.

Die Seite beschreibt einen typischen Aufbau. Die tatsächlichen Datenwege und Befugnisse ergeben sich aus Ihrer Umsetzung.

Bauform
Auswertung und Verarbeitung
Handlungsmacht
Handlungsrechte je nach Einbindung
Einsatzfelder
Banken, Zahlungsdienste
Auch bekannt als
AML-Monitoring, Embargo-Screening

Funktionsweise und Ablauf

Aufbau und Datenwege

  1. Eingabedaten

    Das System erhält Kundenstammdaten, Kontobewegungen, Angaben zu Auftraggebern und Empfängern sowie die aktuellen Sanktionslisten.

    Zahlungen, Verwendungszwecke und Namen der Gegenparteien bestimmen Kundschaft und Dritte, auch solche, die Geld waschen wollen. Das System bewertet Kundinnen und Kunden, wirtschaftlich Berechtigte und Gegenparteien mit Namen und Kontoverbindung.

  2. Verarbeitung

    Das System bewertet Konten und Zahlungen nach Geldwäschemustern und vergleicht Namen mit den Listeneinträgen.

    Die Verarbeitung verbindet je nach Aufbau Transaktionsmuster, Beziehungen zwischen Beteiligten und Abgleiche mit relevanten Listen. Daraus entstehen Treffer und priorisierte Auffälligkeiten für die Untersuchung. Ein technischer Treffer und die fachliche Bewertung eines Verdachts sind voneinander zu unterscheiden.

  3. Ergebnisse

    Das System meldet Alarme mit Risikowert und Begründung und hält bei einem Treffer auf der Sanktionsliste die Zahlung an.

    Das Ergebnis beschreibt die definierte Modellaufgabe. Ein Treffer, eine Kategorie oder eine Prognose erhält seine fachliche Bedeutung erst zusammen mit den zugrunde liegenden Daten und dem vorgesehenen Verwendungszweck.

  4. Nutzung und Auswirkungen

    Fachkräfte prüfen die Alarme und entscheiden über Verdachtsmeldung, Freigabe der Zahlung oder Kündigung der Geschäftsbeziehung.

    Die Einbindung bestimmt, ob das Ergebnis lediglich angezeigt, nach Freigabe übernommen oder direkt in ein Fachverfahren geschrieben wird. Diese Varianten unterscheiden sich in ihren Datenwegen und Befugnissen.

Aufbau aktiv erkunden: Wählen Sie einen Baustein, um seine Aufgabe, die ein- und ausgehenden Daten und die Einbindung im Anwendungsfall zu sehen. Der geführte Ablauf erläutert jede Phase. Mit Ja, Offen und Nein können Sie anschließend Ihre konkrete Systemvariante abbilden.

So ist das System aufgebaut

9 zuerst zu prüfen10 zu klären6 Grundlagen

EingangVerarbeitungErgebnisWirkung Zugangvon außen 04 Eingabe 40 InhalteDritter 00 KI-Modell 11 Dienst einesAnbieters 02 Dokumenten-sammlung 01 Gedächtnis 00 Training undRückmeldung 30 WeitereKI-Agenten 00 Werkzeuge undSchnittstellen 00 Ergebnis 00 Fachanwendungoder Anlage 01 Mensch 10 BetroffenePerson 00 KI-Diensteohne Freigabe 01 Zugangvon außen 04 Eingabe 40 InhalteDritter 00 KI-Modell 11 Dienst einesAnbieters 02 Dokumenten-sammlung 01 Gedächtnis 00 Training undRückmeldung 30 WeitereKI-Agenten 00 Werkzeuge undSchnittstellen 00 Ergebnis 00 Fachanwendungoder Anlage 01 Mensch 10 BetroffenePerson 00 KI-Diensteohne Freigabe 01
  • Vorhanden
  • Hängt von Ihrem System ab
  • Nicht vorhanden
  • Zuerst zu prüfen
  • Zu klären

Im gezeigten Aufbau: 9 zuerst zu prüfen, 10 zu klären, 6 Grundlagen.

Aufbau als Liste

Abgrenzung zu ähnlichen Anwendungsfällen

Daten und Informationen

Eingabedaten und Informationsquellen

Zahlungen, Verwendungszwecke und Namen der Gegenparteien bestimmen Kundschaft und Dritte, auch solche, die Geld waschen wollen. Das System bewertet Kundinnen und Kunden, wirtschaftlich Berechtigte und Gegenparteien mit Namen und Kontoverbindung.

Verarbeitung und Betriebsumgebung

Viele Institute setzen Produkte von Anbietern ein, andere entwickeln ihre Modelle selbst.

Speicherung und weitere Nutzung

Beim Sanktionsscreening sucht das System Namen in Sanktions- und Embargolisten, je nach Produkt in einem eigenen Suchbestand. Die Modelle werden mit den Konten- und Zahlungsdaten des Instituts trainiert, auch wenn der Dienst von einem Anbieter stammt.

Ergebnisse und Datenweitergabe

Ein Treffer beim Sanktionsscreening kann eine Zahlung selbst anhalten, bei der Überwachung von Zahlungen entsteht meist nur ein Alarm. Läuft das Screening bei einem Clouddienst, verlassen Kunden- und Zahlungsdaten das Institut.

Ein eingebundener Anbieter legt den Verarbeitungsort nicht automatisch fest. Speicherort, Unterauftragnehmer, Löschfristen und die Nutzung für Training sind im konkreten Betrieb zu prüfen.

Risiken einordnen und Maßnahmen festlegen

Vom Systemverständnis zur Risikoanalyse

  1. System abgrenzen

    Daten, Beteiligte, Schnittstellen und Rechte erfassen. Offene Merkmale im Modell klären.

  2. Bedrohungen untersuchen

    Prüfkandidaten auf die tatsächlichen Datenwege beziehen: Was könnte passieren und wer wäre betroffen?

  3. Risiko bewerten

    Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit im Einsatzkontext bewerten. Die Anzahl der Prüfkandidaten ist kein Risikowert.

  4. Maßnahmen nachweisen

    Geeignete Kontrollen auswählen, Verantwortliche und Wirksamkeitsprüfungen festlegen. Restrisiken und Freigaben dokumentieren.

Wichtige Bedrohungen im Anwendungskontext

  • 4 besonders wichtig
  • 5 üblich
  • 10 je nach System
  • 6 weitere bei jedem KI-System

Insgesamt kommen bei diesem Anwendungsfall 25 Bedrohungen aus dem Bedrohungskatalog infrage.

Außerdem prüfen: ob das System Gruppen benachteiligt

Prüfen Sie, ob Auswahl, Rangfolge oder Bewertung Menschen mit geschützten Merkmalen benachteiligen, etwa nach Geschlecht, Alter oder Herkunft.

Vorrangige Prüfansätze

  1. Adversariale Eingaben

    Wer Geld wäscht, verteilt Beträge auf viele Konten oder schreibt Namen leicht abweichend. Das System erkennt das Muster dann nicht mehr oder ordnet den Namen keinem Listeneintrag zu.

  2. Übermäßiges Vertrauen in das KI-System

    Bei vielen Fehlalarmen schließen Fachkräfte Alarme irgendwann im Eiltempo und halten Konten ohne Alarm für unauffällig. Bewertet das Modell einen Fall falsch, bemerkt das dann niemand.

  3. Modell-Drift & -Degradation

    Neue Methoden der Geldwäsche und neue Zahlungswege kommen in den Lerndaten nicht vor. Das Modell bewertet sie als gewöhnlich, bis es mit neuen Fällen nachtrainiert wird.

  4. Gezielte Datenvergiftung / Label-Vergiftung

    Das Modell lernt aus den Entscheidungen der Fallbearbeitung. Wurden Fälle falsch geschlossen, lernt es, genau solche Muster künftig nicht mehr zu melden.

5 weitere Prüfkandidaten im typischen Aufbau

Weitere relevante Bedrohungen

  1. Vergiftung der Trainingsdaten

    Über eigenes Training oder Rückmeldungen aus dem Betrieb können manipulierte Daten in die Lerndaten gelangen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaften

    • Lernt aus Ihren eigenen Daten
    • Verwertet Rückmeldungen aus dem Betrieb
  2. Backdoor im ML-Modell

    Über Trainingsdaten oder ein übernommenes Grundmodell kann das Modell versteckte Auslöser für Fehlverhalten enthalten.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Lernt aus Ihren eigenen Daten
  3. Privacy-Angriffe

    Mit gezielten Abfragen lassen sich personenbezogene und schutzbedürftige Trainingsdaten teilweise aus dem Modell zurückgewinnen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaften

    • Verarbeitet personenbezogene Daten
    • Verarbeitet vertrauliche Daten
  4. Offenlegung sensibler Informationen

    Vertrauliche Inhalte können in Antworten, im mitgegebenen Kontext oder in Protokollen auftauchen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaften

    • Verarbeitet personenbezogene Daten
    • Verarbeitet vertrauliche Daten
  5. Exfiltration aus der ML-Anwendung

    Schutzbedürftige Daten können über Werkzeuge, Netzverbindungen, Speicher oder Innentäter abfließen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Verarbeitet vertrauliche Daten

Je nach Aufbau Ihres Systems kommen bis zu 10 weitere hinzu. Neun Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System. Drei davon sind hier besonders wichtig und stehen deshalb oben.

Systemmerkmale und offene Fragen

Jedes Ja setzt weitere Bedrohungen auf Ihre Prüfliste, insgesamt bis zu 10. Können Sie eine Frage noch nicht beantworten, prüfen Sie die Bedrohungen mit.

Wie viele Bedrohungen bei Ja hinzukommen
  • Kommt mit diesem Ja hinzu

Wie Ihr System gebaut ist

Sucht das System in einer eigenen Sammlung von Dokumenten oder Datensätzen nach passenden Inhalten?

Beim Sanktionsscreening sucht das System Namen in Sanktions- und Embargolisten, je nach Produkt in einem eigenen Suchbestand.

Wenn ja, kommt hinzu

Nutzt das System ein Begriffsnetz (Wissensgraph), in dem Begriffe und ihre Beziehungen gespeichert sind?

Manche Systeme bilden Kundschaft, Konten und Gegenparteien als Netz von Beziehungen ab, um verschleierte Geldflüsse zu erkennen.

Wenn ja, kommt hinzu

Kann das System selbst etwas verändern, etwa Daten speichern, Nachrichten senden, Buchungen auslösen oder Rechte vergeben?

Ein Treffer beim Sanktionsscreening kann eine Zahlung selbst anhalten, bei der Überwachung von Zahlungen entsteht meist nur ein Alarm.

Wenn ja, kommt hinzu

Soll das System eine vorgegebene Kennzahl möglichst verbessern, etwa Umsatz, Auslastung oder Klicks?

Wenn ja, kommt hinzu

Wie Sie das System betreiben

Diese Fragen stellen sich bei fast jedem KI-System.

Maßnahmen und Umsetzung

Maßnahmen zu den Prüfschwerpunkten sind direkt geöffnet. Die verlinkten Maßnahmen erläutern jeweils die Umsetzung.

Maßnahmen gegen die übrigen Bedrohungen finden Sie auf deren Seiten im Bedrohungskatalog.

Vorschriften der KI-Verordnung

Gilt für jedes KI-System

Art. 4: KI-Kompetenz

Greift, wenn Beschäftigte oder Beauftragte KI-Systeme betreiben oder nutzen.

Gilt seit dem 2. Februar 2025.

Pflichten und Einzelheiten zu Art. 4: KI-Kompetenz
Wer die Pflichten trägt
Anbieter, Betreiber, Produkthersteller, Anbieter eines KI-Modells mit allgemeinem Verwendungszweck

Die Pflichten im Einzelnen

Greift in der Regel nicht

Anhang III Nr. 5 Buchst. b: Kreditwürdigkeit

Die Geldwäscheerkennung bewertet keine Kreditwürdigkeit. Zudem nimmt Anhang III Nr. 5 Buchst. b Systeme zur Aufdeckung von Finanzbetrug ausdrücklich aus.

Pflichten und Einzelheiten zu Anhang III Nr. 5 Buchst. b: Kreditwürdigkeit
Allgemein lautet die Bedingung
Greift, wenn das System die Kreditwürdigkeit von Personen bewertet oder ihren Kreditscore ermittelt.
Ausnahme
Systeme, die Finanzbetrug aufdecken sollen.
Wer die Pflichten trägt
Anbieter, Betreiber, Produkthersteller

Die Pflichten im Einzelnen

Ihr System im Schnellprüfer einordnen Alle Pflichten im Pflichtenkompass

Übergreifende Bedrohungen

Diese Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System, egal wofür es eingesetzt wird.

Warum diese Bedrohungen immer dazugehören

Abweichende Systemmerkmale

15 weitere Fragen ansehen

Trifft eine dieser Fragen bei Ihrem System doch zu, kommen die genannten Bedrohungen hinzu.

Quellen

Verwandte Anwendungsfälle

Ebenfalls im Einsatzgebiet Banken und Versicherungen

Oft zusammen eingesetzt mit

Stand: 30. September 2026. Regelwerk der Prüfliste in Fassung 0.3.2, Bedrohungskatalog in Fassung 2026.10.24.2. Wie diese Seiten aufgebaut sind