Eingabedaten und Informationsquellen
Kundenbewertungen und Beschwerden, die in die Leistungsbewertung einfließen, schreiben Außenstehende. Das System erfasst, wer wann wo arbeitet und wie schnell.
Englisch: Algorithmic management
Software weist Beschäftigten Aufgaben und Schichten zu, verfolgt, was sie tun, und bewertet ihre Leistung.
Den Anwendungsfall verstehen
Die Software übernimmt Aufgaben von Vorgesetzten: Sie verteilt Aufträge, legt Schichten fest, misst Tempo und Standort und leitet daraus Bewertungen oder Prämien ab. Bekannt ist das vor allem von Lieferdiensten, und unter diesem Namen regelt auch die Plattformarbeitsrichtlinie (EU) 2024/2831 den Fall.
Die Seite beschreibt einen typischen Aufbau. Die tatsächlichen Datenwege und Befugnisse ergeben sich aus Ihrer Umsetzung.
Aufbau und Datenwege
Das System erhält Aufträge, Verfügbarkeiten, Standorte und Messwerte zu Tempo, Annahme und Kundenbewertung.
Kundenbewertungen und Beschwerden, die in die Leistungsbewertung einfließen, schreiben Außenstehende. Das System erfasst, wer wann wo arbeitet und wie schnell.
Die Software verteilt Aufträge und Schichten nach ihren Zielvorgaben und berechnet Leistungswerte je Person.
Die Verarbeitung verbindet Arbeits- und Betriebsdaten mit einem vorgegebenen Ziel, etwa der Einsatzplanung. Daraus entstehen Zuteilungen, Bewertungen oder Empfehlungen. Ob diese lediglich angezeigt oder direkt verbindlich umgesetzt werden, bestimmt die Einbindung in den Arbeitsprozess.
Beschäftigte erhalten Zuteilungen, Schichtpläne und Leistungswerte, manchmal auch Prämien oder Warnungen.
Das Ergebnis beschreibt die definierte Modellaufgabe. Ein Treffer, eine Kategorie oder eine Prognose erhält seine fachliche Bedeutung erst zusammen mit den zugrunde liegenden Daten und dem vorgesehenen Verwendungszweck.
Zuteilungen und Bewertungen bestimmen Arbeitszeit, Einkommen und berufliche Zukunft der Beschäftigten.
Durch Schreib- oder Ausführungsrechte kann das System einen Zustand in einer Anwendung verändern. Deshalb sind Modellantwort, Werkzeugaufruf und tatsächlich ausgeführte Änderung getrennt zu betrachten.
Aufbau aktiv erkunden: Wählen Sie einen Baustein, um seine Aufgabe, die ein- und ausgehenden Daten und die Einbindung im Anwendungsfall zu sehen. Der geführte Ablauf erläutert jede Phase. Mit Ja, Offen und Nein können Sie anschließend Ihre konkrete Systemvariante abbilden.
8 zuerst zu prüfen8 zu klären8 Grundlagen
Das Bild zeigt den Anwendungsfall, wie er typischerweise gebaut ist. Wählen Sie einen Baustein, um zu sehen, was dort geschieht, und stellen Sie seine Merkmale auf Ihr System um. Mit „Analysehinweise“ sehen Sie anschließend, welche Prüfkandidaten zu diesem Aufbau gehören. Die Prüfliste der Seite bleibt auf den typischen Fall bezogen.
Noch keine. Jede Umstellung erscheint hier.
Im gezeigten Aufbau: 8 zuerst zu prüfen, 8 zu klären, 8 Grundlagen.
Zugang von außen: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Eingabe: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Grundlage für jedes KI-System
Inhalte Dritter: Hängt von Ihrem System ab
KI-Modell: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Grundlage für jedes KI-System
Dienst eines Anbieters: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Training und Rückmeldung: Vorhanden
Zuerst prüfen
Zu klären
Ergebnis: Gehört zu jedem KI-System
Grundlage für jedes KI-System
Fachanwendung oder Anlage: Vorhanden
Zuerst prüfen
Mensch: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Betroffene Person: Vorhanden
KI-Dienste ohne Freigabe: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Lieferkette und technische Basis: 5 Grundlagen, die für jedes KI-System gelten
Grundlage für jedes KI-System
KI-gestützte Bewerbervorauswahl
Sortiert und bewertet Bewerbungen, bevor ein Arbeitsverhältnis besteht
Schließt aus Gesicht, Stimme oder Verhalten auf Gefühle
Kundenbewertungen und Beschwerden, die in die Leistungsbewertung einfließen, schreiben Außenstehende. Das System erfasst, wer wann wo arbeitet und wie schnell.
Das Modell verarbeitet die Eingaben. Ob es intern oder bei einem Dienstleister läuft, muss für die konkrete Umsetzung geklärt werden.
Messwerte aus dem Betrieb wie Lieferzeiten und Annahmequoten bestimmen, wie das System künftig zuteilt und bewertet.
Das System teilt Aufträge und Schichten selbst zu und kann Prämien festlegen oder Konten sperren.
Ein eingebundener Anbieter legt den Verarbeitungsort nicht automatisch fest. Speicherort, Unterauftragnehmer, Löschfristen und die Nutzung für Training sind im konkreten Betrieb zu prüfen.
Risiken einordnen und Maßnahmen festlegen
Daten, Beteiligte, Schnittstellen und Rechte erfassen. Offene Merkmale im Modell klären.
Prüfkandidaten auf die tatsächlichen Datenwege beziehen: Was könnte passieren und wer wäre betroffen?
Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit im Einsatzkontext bewerten. Die Anzahl der Prüfkandidaten ist kein Risikowert.
Geeignete Kontrollen auswählen, Verantwortliche und Wirksamkeitsprüfungen festlegen. Restrisiken und Freigaben dokumentieren.
Insgesamt kommen bei diesem Anwendungsfall 24 Bedrohungen aus dem Bedrohungskatalog infrage.
Außerdem prüfen: ob das System Gruppen benachteiligt
Prüfen Sie, ob Auswahl, Rangfolge oder Bewertung Menschen mit geschützten Merkmalen benachteiligen, etwa nach Geschlecht, Alter oder Herkunft.
Misalignment (Fehlausrichtung)
Ist das System auf kurze Lieferzeiten eingestellt, verteilt es Aufträge so dicht, dass kaum noch Pausen bleiben. Die Lieferzeit sinkt, und Gesundheit und Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer leiden.
Excessive Agency (übermäßige Handlungsermächtigung)
Das System darf Schichten entziehen oder Konten sperren, wenn Messwerte unter eine Grenze fallen. Ein Messfehler, etwa ein falscher Standort, kostet eine Person dann ohne Prüfung ihr Einkommen.
Übermäßiges Vertrauen in das KI-System
Vorgesetzte übernehmen die Leistungswerte in Gespräche und Beurteilungen, ohne zu wissen, wie sie entstanden sind. Ursachen wie Staus oder lange Wartezeiten im Restaurant bleiben dann unberücksichtigt.
Die Messwerte aus dem Betrieb steuern die künftige Zuteilung. Wer Standortdaten fälscht oder Aufträge gezielt ablehnt, verschiebt so die Werte, nach denen das System alle anderen einteilt.
Gezielte Datenvergiftung / Label-Vergiftung
Wer die Kennzeichnungen in den Trainingsdaten fälscht, kann die Ergebnisse des Modells gezielt verschieben.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Mit gezielten Abfragen lassen sich personenbezogene und schutzbedürftige Trainingsdaten teilweise aus dem Modell zurückgewinnen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaften
Offenlegung sensibler Informationen
Vertrauliche Inhalte können in Antworten, im mitgegebenen Kontext oder in Protokollen auftauchen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaften
Exfiltration aus der ML-Anwendung
Schutzbedürftige Daten können über Werkzeuge, Netzverbindungen, Speicher oder Innentäter abfließen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Je nach Aufbau Ihres Systems kommen bis zu 8 weitere hinzu. Neun Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System. Eine davon ist hier besonders wichtig und steht deshalb oben.
Jedes Ja setzt weitere Bedrohungen auf Ihre Prüfliste, insgesamt bis zu 8. Können Sie eine Frage noch nicht beantworten, prüfen Sie die Bedrohungen mit.
Wie Ihr System gebaut ist
Wie Sie das System betreiben
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Diese Fragen stellen sich bei fast jedem KI-System.
Wenn ja, kommt hinzu
Bei Lieferdiensten erreichen Zuteilungen die Beschäftigten über eine App auf dem Telefon.
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Maßnahmen zu den Prüfschwerpunkten sind direkt geöffnet. Die verlinkten Maßnahmen erläutern jeweils die Umsetzung.
Maßnahmen gegen die übrigen Bedrohungen finden Sie auf deren Seiten im Bedrohungskatalog.
Für jedes KI-System Gilt seit dem 2. Februar 2025.
Je nach Einsatz Prüfanlass seit dem 2. Februar 2025.
Bei typischem Einsatz Prüfanlass ab dem 2. Dezember 2027.
Greift, wenn Beschäftigte oder Beauftragte KI-Systeme betreiben oder nutzen.
Gilt seit dem 2. Februar 2025.
Die Pflichten im Einzelnen
Greift, wenn das System Aufgaben nach Verhalten oder persönlichen Merkmalen zuweist, Leistung und Verhalten von Beschäftigten überwacht oder Entscheidungen über Arbeitsbedingungen, Beförderung oder Kündigung beeinflusst.
Gilt ab dem 2. Dezember 2027.
Die Pflichten im Einzelnen
Greift, wenn das System aus Gesicht oder Stimme auf Gefühle der Beschäftigten schließt, etwa um Stimmung oder Ärger im Callcenter zu erfassen.
Gilt seit dem 2. Februar 2025.
Die Pflichten im Einzelnen
Richtlinie (EU) 2024/2831
Die Richtlinie begrenzt automatisierte Überwachung und Entscheidungen bei Plattformarbeit und verlangt, dass Menschen wichtige Entscheidungen überprüfen. Die Mitgliedstaaten müssen sie bis zum 2. Dezember 2026 umsetzen.
Ihr System im Schnellprüfer einordnen Alle Pflichten im Pflichtenkompass
Diese Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System, egal wofür es eingesetzt wird.
Trifft eine dieser Fragen bei Ihrem System doch zu, kommen die genannten Bedrohungen hinzu.
Schreibt das System eigene Texte, etwa Antworten, Entwürfe oder Zusammenfassungen?
Das System gibt Zuteilungen, Messwerte und Bewertungen aus, keine frei formulierten Texte.
Wenn ja, kommt hinzu
Erzeugt oder verändert das System Bilder, Töne, Stimmen oder Videos?
Wenn ja, kommt hinzu
Schreibt oder gestaltet das System auf freie Anfrage neue Inhalte, die Menschen direkt lesen, sehen oder hören? Übersetzen, Vorlesen und Abschreiben zählen nicht.
Wenn ja, kommt hinzu
Kann man dem System in normaler Sprache Aufträge geben, die es dann ausführt?
Das System arbeitet mit Aufträgen, Schichtplänen und Messdaten, nicht mit Anweisungen in normaler Sprache.
Wenn ja, kommt hinzu
Sucht das System in einer eigenen Sammlung von Dokumenten oder Datensätzen nach passenden Inhalten?
Wenn ja, kommt hinzu
Formuliert das System seine Antwort aus gefundenen Dokumenten?
Wenn ja, kommt hinzu
Nutzt das System ein Begriffsnetz (Wissensgraph), in dem Begriffe und ihre Beziehungen gespeichert sind?
Wenn ja, kommt hinzu
Merkt sich das System Inhalte aus früheren Gesprächen oder Aufgaben und nutzt sie später wieder?
Wenn ja, kommt hinzu
Ruft das System selbst andere Programme, Schnittstellen oder Suchdienste auf, auch wenn es dort nur liest?
Wenn ja, kommt hinzu
Legt das System seine nächsten Arbeitsschritte selbst fest, je nachdem, was vorher herauskam?
Wenn ja, kommt hinzu
Gibt das System Aufgaben an andere KI-Agenten weiter oder übernimmt es deren Ergebnisse?
Wenn ja, kommt hinzu
Ist das System über das Model Context Protocol (MCP) an Werkzeuge oder Datenquellen angebunden?
Wenn ja, kommt hinzu
Liegen Dokumente mehrerer Kunden, Abteilungen oder Berechtigungsgruppen im selben Suchspeicher?
Wenn ja, kommt hinzu
Können Menschen außerhalb Ihrer Organisation das System nutzen, auch ohne Anmeldung?
Nur die Beschäftigten und ihre Vorgesetzten nutzen das System, nicht die Öffentlichkeit.
Wenn ja, kommt hinzu
Verarbeitet das System mehrere Arten von Eingaben zusammen, etwa Text mit Bild oder Sprache?
Wenn ja, kommt hinzu
Erzeugt das System Programmcode, Skripte oder Datenbankabfragen, die weiterverwendet werden?
Wenn ja, kommt hinzu
Führt das System selbst Programme, Skripte oder Befehle aus?
Wenn ja, kommt hinzu
KI-Verordnung, Anhang III Nr. 4 Buchst. b
Die Verordnung nennt KI-Systeme, die Beförderung oder Kündigung beeinflussen, Aufgaben zuweisen oder Leistung und Verhalten überwachen, ausdrücklich in Anhang III.
OECD.AI, Algorithmic management in the workplace, 2025
Eine Befragung von über 6.000 Unternehmen, auch in Deutschland, zeigt, dass Werkzeuge des algorithmischen Managements bereits verbreitet sind.
IAB-Forum, Algorithmisches Management bei app-basierten Lieferdiensten, 23. September 2025
Das IAB hat Beschäftigte bei elf Lieferdiensten in Deutschland befragt.
AlgorithmWatch, Join the Ride Side, 19. März 2024
AlgorithmWatch beschreibt den Einsatz algorithmischer Steuerung bei Lieferando.
Stand: 30. September 2026. Regelwerk der Prüfliste in Fassung 0.3.2, Bedrohungskatalog in Fassung 2026.10.24.2. Wie diese Seiten aufgebaut sind