Versatile AI Risk Assessment
Produktion, Handel und Logistik

Absatz- und Bedarfsprognose

Englisch: Demand forecasting and automated replenishment

Händler lassen ein Modell vorhersagen, wie viel sich von jedem Artikel in jeder Filiale verkaufen wird, und leiten daraus Bestellvorschläge oder fertige Bestellungen ab.

Interaktives Modell erkunden

Handout exportieren

Eine kompakte PDF mit Funktionsweise, Datenwegen und Prüfansätzen zum Weitergeben.

Die Erläuterungen und Maßnahmen beschreiben den typischen Aufbau. Viele eigene Änderungen ergänzen einen Anhang.

Den Anwendungsfall verstehen

Was macht diesen Anwendungsfall aus?

Das Modell lernt aus den bisherigen Verkäufen und bezieht je nach System Saison, Wetter, Feiertage, Aktionen und Haltbarkeit ein. Metro und Edeka haben angekündigt, Prognose und Bestellung auf die KI-Software desselben Anbieters umzustellen.

Die Seite beschreibt einen typischen Aufbau. Die tatsächlichen Datenwege und Befugnisse ergeben sich aus Ihrer Umsetzung.

Bauform
Auswertung und Verarbeitung
Handlungsmacht
Kann in Anwendungen handeln
Einsatzfelder
Lebensmittelhandel
Auch bekannt als
Nachfrageprognose, automatische Disposition, Demand Planning

Funktionsweise und Ablauf

Aufbau und Datenwege

  1. Eingabedaten

    Grundlage sind Verkaufszahlen, Bestände und Aktionspläne, je nach System auch Wetter- und Kalenderdaten.

    Manche Modelle beziehen auch Wetterdaten, Feiertage oder Angaben von Lieferanten ein. Verkaufszahlen je Filiale sind nicht personenbezogen, Daten aus Kundenkarten oder Kundenbestellungen dagegen schon.

  2. Verarbeitung

    Ein Modell schätzt für jeden Artikel und jede Filiale die Nachfrage der kommenden Tage.

    Die Verarbeitung verbindet historische Absatzdaten mit den vorgesehenen Einflussgrößen und schätzt einen Bedarf für einen bestimmten Zeitraum. Planung und Bestellsysteme verwenden diese Prognose anschließend als Grundlage. Prognosewerte und tatsächlich auszulösende Bestellungen sind voneinander zu unterscheiden.

  3. Ergebnisse

    Das System liefert Bestellmengen, als Vorschlag oder gleich als fertige Bestellung.

    Das Ergebnis beschreibt die definierte Modellaufgabe. Ein Treffer, eine Kategorie oder eine Prognose erhält seine fachliche Bedeutung erst zusammen mit den zugrunde liegenden Daten und dem vorgesehenen Verwendungszweck.

  4. Nutzung und Auswirkungen

    Was bestellt wird, kommt in Verteilzentren und Filialen an und entscheidet, wie voll die Regale sind, was verdirbt und was das Lager kostet.

    Durch Schreib- oder Ausführungsrechte kann das System einen Zustand in einer Anwendung verändern. Deshalb sind Modellantwort, Werkzeugaufruf und tatsächlich ausgeführte Änderung getrennt zu betrachten.

Aufbau aktiv erkunden: Wählen Sie einen Baustein, um seine Aufgabe, die ein- und ausgehenden Daten und die Einbindung im Anwendungsfall zu sehen. Der geführte Ablauf erläutert jede Phase. Mit Ja, Offen und Nein können Sie anschließend Ihre konkrete Systemvariante abbilden.

So ist das System aufgebaut

9 zuerst zu prüfen7 zu klären8 Grundlagen

EingangVerarbeitungErgebnisWirkung Zugangvon außen 04 Eingabe 30 InhalteDritter 00 KI-Modell 20 Dienst einesAnbieters 02 Dokumenten-sammlung 00 Gedächtnis 00 Training undRückmeldung 30 WeitereKI-Agenten 00 Werkzeuge undSchnittstellen 00 Ergebnis 00 Fachanwendungoder Anlage 10 Mensch 00 BetroffenePerson 00 KI-Diensteohne Freigabe 01 Zugangvon außen 04 Eingabe 30 InhalteDritter 00 KI-Modell 20 Dienst einesAnbieters 02 Dokumenten-sammlung 00 Gedächtnis 00 Training undRückmeldung 30 WeitereKI-Agenten 00 Werkzeuge undSchnittstellen 00 Ergebnis 00 Fachanwendungoder Anlage 10 Mensch 00 BetroffenePerson 00 KI-Diensteohne Freigabe 01
  • Vorhanden
  • Hängt von Ihrem System ab
  • Nicht vorhanden
  • Zuerst zu prüfen
  • Zu klären

Im gezeigten Aufbau: 9 zuerst zu prüfen, 7 zu klären, 8 Grundlagen.

Aufbau als Liste

Abgrenzung zu ähnlichen Anwendungsfällen

Daten und Informationen

Eingabedaten und Informationsquellen

Manche Modelle beziehen auch Wetterdaten, Feiertage oder Angaben von Lieferanten ein. Verkaufszahlen je Filiale sind nicht personenbezogen, Daten aus Kundenkarten oder Kundenbestellungen dagegen schon.

Verarbeitung und Betriebsumgebung

Metro und Edeka setzen beide auf die Software eines Anbieters.

Speicherung und weitere Nutzung

Das Modell lernt aus den eigenen Verkäufen je Artikel und Filiale. Die tatsächlichen Verkäufe fließen laufend in die nächsten Prognosen ein.

Ergebnisse und Datenweitergabe

Bei automatischer Bestellung gehen die Bestellungen an Verteilzentren oder Lieferanten, ohne dass jemand jede einzelne freigibt. Läuft die Software beim Anbieter, liegen Verkaufs- und Bestandsdaten außerhalb des eigenen Hauses.

Ein eingebundener Anbieter legt den Verarbeitungsort nicht automatisch fest. Speicherort, Unterauftragnehmer, Löschfristen und die Nutzung für Training sind im konkreten Betrieb zu prüfen.

Risiken einordnen und Maßnahmen festlegen

Vom Systemverständnis zur Risikoanalyse

  1. System abgrenzen

    Daten, Beteiligte, Schnittstellen und Rechte erfassen. Offene Merkmale im Modell klären.

  2. Bedrohungen untersuchen

    Prüfkandidaten auf die tatsächlichen Datenwege beziehen: Was könnte passieren und wer wäre betroffen?

  3. Risiko bewerten

    Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit im Einsatzkontext bewerten. Die Anzahl der Prüfkandidaten ist kein Risikowert.

  4. Maßnahmen nachweisen

    Geeignete Kontrollen auswählen, Verantwortliche und Wirksamkeitsprüfungen festlegen. Restrisiken und Freigaben dokumentieren.

Wichtige Bedrohungen im Anwendungskontext

  • 3 besonders wichtig
  • 6 üblich
  • 7 je nach System
  • 8 weitere bei jedem KI-System

Insgesamt kommen bei diesem Anwendungsfall 24 Bedrohungen aus dem Bedrohungskatalog infrage.

Vorrangige Prüfansätze

  1. Excessive Agency (übermäßige Handlungsermächtigung)

    Bestellt das System ohne Freigabe, schlägt ein Prognosefehler in vielen Filialen zugleich durch. Frischware verdirbt dann im Lager, oder die Regale bleiben leer.

  2. Misalignment (Fehlausrichtung)

    Soll die Software vor allem wenig Ware wegwerfen, bestellt sie knapp und nimmt leere Regale in Kauf. Die Menge weggeworfener Ware sinkt, doch Umsatz und Kundschaft gehen verloren.

  3. Modell-Drift & -Degradation

    Ändern Wetter, Preisaktionen oder ein neuer Wettbewerber die Nachfrage, passen die gelernten Muster nicht mehr. Die Prognose liegt dann wochenlang daneben, bevor es jemand merkt.

6 weitere Prüfkandidaten im typischen Aufbau

Weitere relevante Bedrohungen

  1. Vergiftung der Trainingsdaten

    Über eigenes Training oder Rückmeldungen aus dem Betrieb können manipulierte Daten in die Lerndaten gelangen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaften

    • Lernt aus Ihren eigenen Daten
    • Verwertet Rückmeldungen aus dem Betrieb
  2. Gezielte Datenvergiftung / Label-Vergiftung

    Wer die Kennzeichnungen in den Trainingsdaten fälscht, kann die Ergebnisse des Modells gezielt verschieben.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Verwertet Rückmeldungen aus dem Betrieb
  3. Backdoor im ML-Modell

    Über Trainingsdaten oder ein übernommenes Grundmodell kann das Modell versteckte Auslöser für Fehlverhalten enthalten.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaften

    • Lernt aus Ihren eigenen Daten
    • Nutzt ein Modell eines anderen Anbieters
  4. Privacy-Angriffe

    Mit gezielten Abfragen lassen sich personenbezogene und schutzbedürftige Trainingsdaten teilweise aus dem Modell zurückgewinnen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Verarbeitet vertrauliche Daten
  5. Offenlegung sensibler Informationen

    Vertrauliche Inhalte können in Antworten, im mitgegebenen Kontext oder in Protokollen auftauchen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Verarbeitet vertrauliche Daten
  6. Exfiltration aus der ML-Anwendung

    Schutzbedürftige Daten können über Werkzeuge, Netzverbindungen, Speicher oder Innentäter abfließen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Verarbeitet vertrauliche Daten

Je nach Aufbau Ihres Systems kommen bis zu 7 weitere hinzu. Neun Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System. Eine davon ist hier besonders wichtig und steht deshalb oben.

Systemmerkmale und offene Fragen

Jedes Ja setzt weitere Bedrohungen auf Ihre Prüfliste, insgesamt bis zu 7. Können Sie eine Frage noch nicht beantworten, prüfen Sie die Bedrohungen mit.

Wie viele Bedrohungen bei Ja hinzukommen
  • Kommt mit diesem Ja hinzu

Wie Sie das System betreiben

Diese Fragen stellen sich bei fast jedem KI-System.

Maßnahmen und Umsetzung

Maßnahmen zu den Prüfschwerpunkten sind direkt geöffnet. Die verlinkten Maßnahmen erläutern jeweils die Umsetzung.

Maßnahmen gegen die übrigen Bedrohungen finden Sie auf deren Seiten im Bedrohungskatalog.

Vorschriften der KI-Verordnung

Neben der KI-Kompetenz (Art. 4) kommt für diesen Anwendungsfall keine weitere Vorschrift der KI-Verordnung infrage.

Gilt für jedes KI-System

Art. 4: KI-Kompetenz

Greift, wenn Beschäftigte oder Beauftragte KI-Systeme betreiben oder nutzen.

Gilt seit dem 2. Februar 2025.

Pflichten und Einzelheiten zu Art. 4: KI-Kompetenz
Wer die Pflichten trägt
Anbieter, Betreiber, Produkthersteller, Anbieter eines KI-Modells mit allgemeinem Verwendungszweck

Die Pflichten im Einzelnen

Ihr System im Schnellprüfer einordnen Alle Pflichten im Pflichtenkompass

Übergreifende Bedrohungen

Diese Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System, egal wofür es eingesetzt wird.

Warum diese Bedrohungen immer dazugehören

Abweichende Systemmerkmale

16 weitere Fragen ansehen

Trifft eine dieser Fragen bei Ihrem System doch zu, kommen die genannten Bedrohungen hinzu.

Quellen

Verwandte Anwendungsfälle

Ebenfalls im Einsatzgebiet Produktion, Handel und Logistik

Stand: 30. September 2026. Regelwerk der Prüfliste in Fassung 0.3.2, Bedrohungskatalog in Fassung 2026.10.24.2. Wie diese Seiten aufgebaut sind