Eingabedaten und Informationsquellen
Bewertungen, Angebote fremder Händler und das Klickverhalten stammen von Außenstehenden und lassen sich gezielt beeinflussen. Das System wertet Nutzungsverhalten und Profil einzelner Personen aus.
Englisch: Recommender system
Aus Verhalten und Profil einer Person wählt das System Produkte, Inhalte oder Suchtreffer aus und legt fest, in welcher Reihenfolge sie erscheinen.
Den Anwendungsfall verstehen
Das Modell lernt aus Klicks, Käufen und Bewertungen, was eine Person wahrscheinlich interessiert, und sortiert das Angebot danach. Die OECD nennt Amazon als Musterbeispiel, Netflix erforscht die Wirkung seiner Empfehlungen, und eine öffentliche Bibliothek in Helsinki empfiehlt so Bücher.
Die Seite beschreibt einen typischen Aufbau. Die tatsächlichen Datenwege und Befugnisse ergeben sich aus Ihrer Umsetzung.
Aufbau und Datenwege
Klicks, Käufe, Bewertungen und Profilangaben einer Person kommen laufend an.
Bewertungen, Angebote fremder Händler und das Klickverhalten stammen von Außenstehenden und lassen sich gezielt beeinflussen. Das System wertet Nutzungsverhalten und Profil einzelner Personen aus.
Ein Modell schätzt, wie wahrscheinlich die Person auf ein Produkt oder einen Inhalt reagiert, und wählt die passendsten aus.
Das Modell schätzt, welche verfügbaren Inhalte oder Produkte zum aktuellen Kontext einer Person passen. Eine Rangfolge kombiniert diese Schätzungen mit den Regeln der Plattform, etwa zur Verfügbarkeit oder Vielfalt. Die Empfehlung entsteht somit aus Modellbewertung und Auswahlregeln gemeinsam.
Das System legt fest, welche Produkte, Inhalte oder Suchtreffer in welcher Reihenfolge erscheinen.
Das Ergebnis beschreibt die definierte Modellaufgabe. Ein Treffer, eine Kategorie oder eine Prognose erhält seine fachliche Bedeutung erst zusammen mit den zugrunde liegenden Daten und dem vorgesehenen Verwendungszweck.
Die Auswahl bestimmt, was Menschen kaufen, lesen oder ansehen, und erzeugt die Daten, aus denen das Modell weiterlernt.
Das Modell liefert Informationen zur Weiterverwendung. Die Auswahl, Übernahme oder fachliche Entscheidung im anschließenden Arbeitsablauf ist ein eigener Schritt und sollte dem Modell nicht automatisch zugerechnet werden.
Aufbau aktiv erkunden: Wählen Sie einen Baustein, um seine Aufgabe, die ein- und ausgehenden Daten und die Einbindung im Anwendungsfall zu sehen. Der geführte Ablauf erläutert jede Phase. Mit Ja, Offen und Nein können Sie anschließend Ihre konkrete Systemvariante abbilden.
12 zuerst zu prüfen9 zu klären9 Grundlagen
Das Bild zeigt den Anwendungsfall, wie er typischerweise gebaut ist. Wählen Sie einen Baustein, um zu sehen, was dort geschieht, und stellen Sie seine Merkmale auf Ihr System um. Mit „Analysehinweise“ sehen Sie anschließend, welche Prüfkandidaten zu diesem Aufbau gehören. Die Prüfliste der Seite bleibt auf den typischen Fall bezogen.
Noch keine. Jede Umstellung erscheint hier.
Im gezeigten Aufbau: 12 zuerst zu prüfen, 9 zu klären, 9 Grundlagen.
Zugang von außen: Vorhanden
Zuerst prüfen
Eingabe: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Zu klären
Grundlage für jedes KI-System
Inhalte Dritter: Vorhanden
KI-Modell: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Zu klären
Grundlage für jedes KI-System
Dienst eines Anbieters: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Dokumentensammlung: Vorhanden
Zuerst prüfen
Training und Rückmeldung: Vorhanden
Zuerst prüfen
Ergebnis: Gehört zu jedem KI-System
Grundlage für jedes KI-System
Mensch: Gehört zu jedem KI-System
Grundlage für jedes KI-System
Betroffene Person: Hängt von Ihrem System ab
KI-Dienste ohne Freigabe: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Lieferkette und technische Basis: 5 Grundlagen, die für jedes KI-System gelten
Grundlage für jedes KI-System
Personalisierte Online-Werbung (Behavioural Targeting)
Wählt aus, welche bezahlten Anzeigen eine Person sieht
Dynamische Preisgestaltung (Dynamic Pricing)
Legt den Preis eines Angebots fest, nicht seine Reihenfolge
Automatisierte Inhaltsmoderation
Entscheidet, ob ein Beitrag entfernt oder in seiner Reichweite beschränkt wird
Bewertungen, Angebote fremder Händler und das Klickverhalten stammen von Außenstehenden und lassen sich gezielt beeinflussen. Das System wertet Nutzungsverhalten und Profil einzelner Personen aus.
Das Modell verarbeitet die Eingaben. Ob es intern oder bei einem Dienstleister läuft, muss für die konkrete Umsetzung geklärt werden.
Das System sucht aus dem Katalog die Produkte oder Inhalte heraus, die zum Profil passen. Der Betreiber trainiert das Modell mit den Nutzungsdaten seines eigenen Angebots.
Das System legt fest, welche Produkte, Inhalte oder Suchtreffer in welcher Reihenfolge erscheinen.
Ein eingebundener Anbieter legt den Verarbeitungsort nicht automatisch fest. Speicherort, Unterauftragnehmer, Löschfristen und die Nutzung für Training sind im konkreten Betrieb zu prüfen.
Risiken einordnen und Maßnahmen festlegen
Daten, Beteiligte, Schnittstellen und Rechte erfassen. Offene Merkmale im Modell klären.
Prüfkandidaten auf die tatsächlichen Datenwege beziehen: Was könnte passieren und wer wäre betroffen?
Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit im Einsatzkontext bewerten. Die Anzahl der Prüfkandidaten ist kein Risikowert.
Geeignete Kontrollen auswählen, Verantwortliche und Wirksamkeitsprüfungen festlegen. Restrisiken und Freigaben dokumentieren.
Insgesamt kommen bei diesem Anwendungsfall 30 Bedrohungen aus dem Bedrohungskatalog infrage.
Misalignment (Fehlausrichtung)
Das System lernt, dass zugespitzte oder reißerische Inhalte die Verweildauer erhöhen, und empfiehlt mehr davon. Die Verweildauer steigt, und die Nutzerinnen und Nutzer sehen immer mehr Inhalte, die ihnen schaden.
Ein Händler erzeugt mit gekauften Bewertungen und automatisierten Klicks künstliches Interesse an seinen Produkten. Das Modell lernt daraus und empfiehlt sie vielen Menschen an prominenter Stelle.
Aus Käufen und angesehenen Inhalten schließt das Modell auf eine Schwangerschaft oder eine Krankheit. Zeigt es darauf abgestimmte Empfehlungen, erfahren andere Personen am selben Gerät davon.
Gezielte Datenvergiftung / Label-Vergiftung
Wer die Kennzeichnungen in den Trainingsdaten fälscht, kann die Ergebnisse des Modells gezielt verschieben.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Über Trainingsdaten oder ein übernommenes Grundmodell kann das Modell versteckte Auslöser für Fehlverhalten enthalten.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Wer das Modell abfragen kann, kann es mit vielen Abfragen nachbauen. Selbst trainierte Gewichte lassen sich über den Netzzugang stehlen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Denial-of-Service auf das Modell
Aufwendige oder massenhafte Eingaben können die Rechenleistung des Modells erschöpfen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Cost Harvesting / Zweckentfremdung
Kostenpflichtige oder öffentlich auslösbare Abfragen lassen sich missbrauchen, um Rechenleistung und Geld zu verbrauchen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Offenlegung sensibler Informationen
Vertrauliche Inhalte können in Antworten, im mitgegebenen Kontext oder in Protokollen auftauchen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Denial-of-Service auf die Anwendung
Ist die Anwendung über das Netz erreichbar, können massenhafte Anfragen sie lahmlegen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
RAG-spezifische Angriffe (Document Poisoning)
Was in die abrufbare Wissenssammlung gelangt, kann Antworten und nächste Schritte beeinflussen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Gezielte Abfragen können verraten, wie das Modell gebaut und geschützt ist.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Je nach Aufbau Ihres Systems kommen bis zu 9 weitere hinzu. Neun Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System.
Jedes Ja setzt weitere Bedrohungen auf Ihre Prüfliste, insgesamt bis zu 9. Können Sie eine Frage noch nicht beantworten, prüfen Sie die Bedrohungen mit.
Wie Ihr System gebaut ist
Wie Sie das System betreiben
Klassische Empfehlungssysteme nehmen keine Aufträge an; Empfehlungsdienste im Dialog wie Obotti verarbeiten auch freie Anfragen.
Wenn ja, kommt hinzu
Aus Käufen und angesehenen Inhalten lassen sich Gesundheit, Religion oder sexuelle Orientierung erschließen.
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Diese Fragen stellen sich bei fast jedem KI-System.
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Maßnahmen zu den Prüfschwerpunkten sind direkt geöffnet. Die verlinkten Maßnahmen erläutern jeweils die Umsetzung.
Maßnahmen gegen die übrigen Bedrohungen finden Sie auf deren Seiten im Bedrohungskatalog.
Für jedes KI-System Gilt seit dem 2. Februar 2025.
Je nach Einsatz Prüfanlass seit dem 2. Februar 2025.
Greift, wenn Beschäftigte oder Beauftragte KI-Systeme betreiben oder nutzen.
Gilt seit dem 2. Februar 2025.
Die Pflichten im Einzelnen
Greift, wenn das System Personen gezielt über eine Schwäche wegen ihres Alters, einer Behinderung oder ihrer wirtschaftlichen Lage beeinflusst und ihnen dadurch erheblicher Schaden droht.
Gilt seit dem 2. Februar 2025.
Die Pflichten im Einzelnen
Art. 27 DSA
Anbieter von Online-Plattformen müssen in ihren Nutzungsbedingungen die wichtigsten Kriterien offenlegen, nach denen ihre Empfehlungssysteme auswählen und sortieren.
Ihr System im Schnellprüfer einordnen Alle Pflichten im Pflichtenkompass
Diese Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System, egal wofür es eingesetzt wird.
Trifft eine dieser Fragen bei Ihrem System doch zu, kommen die genannten Bedrohungen hinzu.
Schreibt das System eigene Texte, etwa Antworten, Entwürfe oder Zusammenfassungen?
Wenn ja, kommt hinzu
Erzeugt oder verändert das System Bilder, Töne, Stimmen oder Videos?
Wenn ja, kommt hinzu
Schreibt oder gestaltet das System auf freie Anfrage neue Inhalte, die Menschen direkt lesen, sehen oder hören? Übersetzen, Vorlesen und Abschreiben zählen nicht.
Wenn ja, kommt hinzu
Formuliert das System seine Antwort aus gefundenen Dokumenten?
Wenn ja, kommt hinzu
Merkt sich das System Inhalte aus früheren Gesprächen oder Aufgaben und nutzt sie später wieder?
Wenn ja, kommt hinzu
Ruft das System selbst andere Programme, Schnittstellen oder Suchdienste auf, auch wenn es dort nur liest?
Wenn ja, kommt hinzu
Kann das System selbst etwas verändern, etwa Daten speichern, Nachrichten senden, Buchungen auslösen oder Rechte vergeben?
Wenn ja, kommt hinzu
Legt das System seine nächsten Arbeitsschritte selbst fest, je nachdem, was vorher herauskam?
Wenn ja, kommt hinzu
Gibt das System Aufgaben an andere KI-Agenten weiter oder übernimmt es deren Ergebnisse?
Wenn ja, kommt hinzu
Ist das System über das Model Context Protocol (MCP) an Werkzeuge oder Datenquellen angebunden?
Wenn ja, kommt hinzu
Liegen Dokumente mehrerer Kunden, Abteilungen oder Berechtigungsgruppen im selben Suchspeicher?
Wenn ja, kommt hinzu
Bewegt oder steuert das System unmittelbar etwas in der physischen Welt, etwa Motoren, Ventile, Fahrzeuge oder Temperaturen?
Wenn ja, kommt hinzu
Erzeugt das System Programmcode, Skripte oder Datenbankabfragen, die weiterverwendet werden?
Wenn ja, kommt hinzu
Führt das System selbst Programme, Skripte oder Befehle aus?
Wenn ja, kommt hinzu
OECD, Framework for the Classification of AI Systems, 2022, System 3
Die OECD zieht ein Empfehlungssystem als Referenzbeispiel für Personalisierung heran.
Gesetz über digitale Dienste (DSA), Art. 27 (dejure.org)
Anbieter von Online-Plattformen müssen die wichtigsten Kriterien offenlegen, nach denen ihre Empfehlungssysteme auswählen und sortieren.
Helsinki AI Register, Oodi’s book recommendation service Obotti
Die Stadtbibliothek betreibt einen Dienst, der Bücher nach den Interessen der Leserinnen und Leser empfiehlt.
Zielnicki u. a., The Value of Personalized Recommendations: Evidence from Netflix (arXiv 2511.07280)
Die Studie misst die Wirkung personalisierter Empfehlungen auf das, was bei Netflix angesehen wird.
Stand: 30. September 2026. Regelwerk der Prüfliste in Fassung 0.3.2, Bedrohungskatalog in Fassung 2026.10.24.2. Wie diese Seiten aufgebaut sind