Versatile AI Risk Assessment
Produktion, Handel und Logistik

Visuelle und akustische Qualitätsprüfung

Englisch: AI-based visual inspection

Kameras oder Mikrofone nehmen Bauteile und Produkte an der Fertigungslinie auf, und ein Modell prüft sie auf Fehler, Vollständigkeit und die richtige Variante.

Interaktives Modell erkunden

Handout exportieren

Eine kompakte PDF mit Funktionsweise, Datenwegen und Prüfansätzen zum Weitergeben.

Die Erläuterungen und Maßnahmen beschreiben den typischen Aufbau. Viele eigene Änderungen ergänzen einen Anhang.

Den Anwendungsfall verstehen

Was macht diesen Anwendungsfall aus?

Das Modell lernt aus Aufnahmen, auf denen Fachleute gute und fehlerhafte Teile gekennzeichnet haben, und prüft danach jedes Teil im Takt der Linie. Die BMW Group prüft so nach eigener Angabe in ihren Werken, in Dingolfing auch am Fahrgeräusch, und Audi hat die Erkennung von Rissen in Blechteilen erprobt.

Die Seite beschreibt einen typischen Aufbau. Die tatsächlichen Datenwege und Befugnisse ergeben sich aus Ihrer Umsetzung.

Bauform
Auswertung und Verarbeitung
Handlungsmacht
Handlungsrechte je nach Einbindung
Einsatzfelder
Automobilindustrie
Auch bekannt als
automatische Sichtprüfung, Machine-Vision-Prüfung, Visual Inspection

Funktionsweise und Ablauf

Aufbau und Datenwege

  1. Eingabedaten

    Kameras, Mikrofone oder andere Sensoren nehmen jedes Teil an der Linie auf.

    Manche Prüfstationen werten Bild und Ton gemeinsam aus. Kameras an der Linie können auch Beschäftigte aufnehmen.

  2. Verarbeitung

    Ein Modell vergleicht die Aufnahme mit dem, was es aus gekennzeichneten Beispielen gelernt hat.

    Das Modell vergleicht Bild- oder Tonsignale eines Produkts mit erlernten oder vorgegebenen Qualitätsmerkmalen. Daraus entstehen eine Klassifikation oder markierte Auffälligkeiten. Ob ein Produkt ausgesondert wird, entscheidet die nachgelagerte Prüf- oder Anlagensteuerung anhand ihrer Regeln.

  3. Ergebnisse

    Das Ergebnis lautet „in Ordnung“ oder nennt Fehler, fehlende Teile oder eine falsche Variante.

    Das Ergebnis beschreibt die definierte Modellaufgabe. Ein Treffer, eine Kategorie oder eine Prognose erhält seine fachliche Bedeutung erst zusammen mit den zugrunde liegenden Daten und dem vorgesehenen Verwendungszweck.

  4. Nutzung und Auswirkungen

    Fehlerhafte Teile werden nachgeprüft, nachgearbeitet oder aussortiert, alle anderen gehen in die Montage oder an den Kunden.

    Die Einbindung bestimmt, ob das Ergebnis lediglich angezeigt, nach Freigabe übernommen oder direkt in ein Fachverfahren geschrieben wird. Diese Varianten unterscheiden sich in ihren Datenwegen und Befugnissen.

Aufbau aktiv erkunden: Wählen Sie einen Baustein, um seine Aufgabe, die ein- und ausgehenden Daten und die Einbindung im Anwendungsfall zu sehen. Der geführte Ablauf erläutert jede Phase. Mit Ja, Offen und Nein können Sie anschließend Ihre konkrete Systemvariante abbilden.

So ist das System aufgebaut

5 zuerst zu prüfen12 zu klären7 Grundlagen

EingangVerarbeitungErgebnisWirkung Zugangvon außen 04 Eingabe 03 InhalteDritter 00 KI-Modell 10 Dienst einesAnbieters 03 Dokumenten-sammlung 00 Gedächtnis 00 Training undRückmeldung 30 WeitereKI-Agenten 00 Werkzeuge undSchnittstellen 00 Ergebnis 00 Fachanwendungoder Anlage 01 Mensch 10 BetroffenePerson 00 KI-Diensteohne Freigabe 01 Zugangvon außen 04 Eingabe 03 InhalteDritter 00 KI-Modell 10 Dienst einesAnbieters 03 Dokumenten-sammlung 00 Gedächtnis 00 Training undRückmeldung 30 WeitereKI-Agenten 00 Werkzeuge undSchnittstellen 00 Ergebnis 00 Fachanwendungoder Anlage 01 Mensch 10 BetroffenePerson 00 KI-Diensteohne Freigabe 01
  • Vorhanden
  • Hängt von Ihrem System ab
  • Nicht vorhanden
  • Zuerst zu prüfen
  • Zu klären

Im gezeigten Aufbau: 5 zuerst zu prüfen, 12 zu klären, 7 Grundlagen.

Aufbau als Liste

Abgrenzung zu ähnlichen Anwendungsfällen

Daten und Informationen

Eingabedaten und Informationsquellen

Kameras an der Linie können auch Beschäftigte aufnehmen. Prüfbilder und Fehlerdaten zeigen Konstruktion und Fertigungsstand und können Geschäftsgeheimnisse sein.

Verarbeitung und Betriebsumgebung

Neben eigenen Entwicklungen gibt es Prüfsysteme von Anbietern, deren Modelle schon vortrainiert sind.

Speicherung und weitere Nutzung

Die Prüfmodelle lernen mit Aufnahmen der eigenen Bauteile, und Audi hat sein System selbst entwickelt. Was Beschäftigte bei der Nachprüfung feststellen, kann als neues Lernbeispiel zurückfließen.

Ergebnisse und Datenweitergabe

Je nach Einbindung sperrt das System ein Teil im Fertigungsleitsystem selbst oder markiert es nur zur Nachprüfung. Steuert das Prüfsystem eine Weiche oder einen Greifer, der fehlerhafte Teile aussortiert, greift es unmittelbar in die Linie ein.

Ein eingebundener Anbieter legt den Verarbeitungsort nicht automatisch fest. Speicherort, Unterauftragnehmer, Löschfristen und die Nutzung für Training sind im konkreten Betrieb zu prüfen.

Risiken einordnen und Maßnahmen festlegen

Vom Systemverständnis zur Risikoanalyse

  1. System abgrenzen

    Daten, Beteiligte, Schnittstellen und Rechte erfassen. Offene Merkmale im Modell klären.

  2. Bedrohungen untersuchen

    Prüfkandidaten auf die tatsächlichen Datenwege beziehen: Was könnte passieren und wer wäre betroffen?

  3. Risiko bewerten

    Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit im Einsatzkontext bewerten. Die Anzahl der Prüfkandidaten ist kein Risikowert.

  4. Maßnahmen nachweisen

    Geeignete Kontrollen auswählen, Verantwortliche und Wirksamkeitsprüfungen festlegen. Restrisiken und Freigaben dokumentieren.

Wichtige Bedrohungen im Anwendungskontext

  • 3 besonders wichtig
  • 2 üblich
  • 12 je nach System
  • 7 weitere bei jedem KI-System

Insgesamt kommen bei diesem Anwendungsfall 24 Bedrohungen aus dem Bedrohungskatalog infrage.

Vorrangige Prüfansätze

  1. Modell-Drift & -Degradation

    Eine neue Variante, ein anderer Lieferant oder anderes Licht verändern die Aufnahmen, das Modell aber wurde nicht neu trainiert. Die Prüfung lässt dann Fehler durch oder sortiert gute Teile aus.

  2. Gezielte Datenvergiftung / Label-Vergiftung

    Wer Zugriff auf die Trainingsdaten hat, kann einzelne Fehlerbilder gezielt als „in Ordnung“ kennzeichnen. Das Modell lässt genau diesen Fehler dann durch, und die Teile gelangen unbemerkt in die Montage oder zum Kunden.

  3. Übermäßiges Vertrauen in das KI-System

    Wer sich darauf verlässt, dass die Kamera jeden Fehler findet, lässt Stichproben von Hand schnell weg. Fehlerarten, die das Modell nie gesehen hat, bleiben so unentdeckt.

2 weitere Prüfkandidaten im typischen Aufbau

Weitere relevante Bedrohungen

  1. Vergiftung der Trainingsdaten

    Über eigenes Training oder Rückmeldungen aus dem Betrieb können manipulierte Daten in die Lerndaten gelangen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Lernt aus Ihren eigenen Daten
  2. Backdoor im ML-Modell

    Über Trainingsdaten oder ein übernommenes Grundmodell kann das Modell versteckte Auslöser für Fehlverhalten enthalten.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Lernt aus Ihren eigenen Daten

Je nach Aufbau Ihres Systems kommen bis zu 12 weitere hinzu. Neun Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System. Zwei davon sind hier besonders wichtig und stehen deshalb oben.

Systemmerkmale und offene Fragen

Jedes Ja setzt weitere Bedrohungen auf Ihre Prüfliste, insgesamt bis zu 12. Können Sie eine Frage noch nicht beantworten, prüfen Sie die Bedrohungen mit.

Wie viele Bedrohungen bei Ja hinzukommen
  • Kommt mit diesem Ja hinzu

Wie Ihr System gebaut ist

Kann das System selbst etwas verändern, etwa Daten speichern, Nachrichten senden, Buchungen auslösen oder Rechte vergeben?

Je nach Einbindung sperrt das System ein Teil im Fertigungsleitsystem selbst oder markiert es nur zur Nachprüfung.

Wenn ja, kommt hinzu

Wie Sie das System betreiben

Diese Fragen stellen sich bei fast jedem KI-System.

Können Inhalte die eigene Umgebung verlassen, etwa zu einem Cloud-Anbieter, in eine Websuche oder per E-Mail?

Wenn ja, kommt hinzu

Maßnahmen und Umsetzung

Maßnahmen zu den Prüfschwerpunkten sind direkt geöffnet. Die verlinkten Maßnahmen erläutern jeweils die Umsetzung.

Maßnahmen gegen die übrigen Bedrohungen finden Sie auf deren Seiten im Bedrohungskatalog.

Vorschriften der KI-Verordnung

Gilt für jedes KI-System

Art. 4: KI-Kompetenz

Greift, wenn Beschäftigte oder Beauftragte KI-Systeme betreiben oder nutzen.

Gilt seit dem 2. Februar 2025.

Pflichten und Einzelheiten zu Art. 4: KI-Kompetenz
Wer die Pflichten trägt
Anbieter, Betreiber, Produkthersteller, Anbieter eines KI-Modells mit allgemeinem Verwendungszweck

Die Pflichten im Einzelnen

Greift in der Regel nicht

Art. 6 Abs. 1, Anhang I Abschnitt A: Sicherheitsbauteil eines geprüften Produkts

Eine Prüfung am Bandende, die nur Fehler meldet, ist in der Regel kein Sicherheitsbauteil der Maschine. Anders kann es sein, wenn sie in die Maschinensteuerung eingreift.

Pflichten und Einzelheiten zu Art. 6 Abs. 1, Anhang I Abschnitt A: Sicherheitsbauteil eines geprüften Produkts
Allgemein lautet die Bedingung
Greift, wenn das System selbst ein Produkt oder Sicherheitsbauteil eines Produkts ist, das nach den Vorschriften in Anhang I von Dritten geprüft werden muss, etwa Maschinen, Aufzüge, Medizinprodukte oder Spielzeug.
Ausnahme
Systeme, die nur Bedienung, Leistung oder Komfort verbessern und nichts mit Sicherheit zu tun haben, gelten nach Art. 6 Abs. 1a bis 1c nicht als Sicherheitsbauteil.
Wer die Pflichten trägt
Anbieter, Betreiber, Produkthersteller

Die Pflichten im Einzelnen

Ihr System im Schnellprüfer einordnen Alle Pflichten im Pflichtenkompass

Übergreifende Bedrohungen

Diese Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System, egal wofür es eingesetzt wird.

Warum diese Bedrohungen immer dazugehören

Abweichende Systemmerkmale

17 weitere Fragen ansehen

Trifft eine dieser Fragen bei Ihrem System doch zu, kommen die genannten Bedrohungen hinzu.

Quellen

Verwandte Anwendungsfälle

Ebenfalls im Einsatzgebiet Produktion, Handel und Logistik

Stand: 30. September 2026. Regelwerk der Prüfliste in Fassung 0.3.2, Bedrohungskatalog in Fassung 2026.10.24.2. Wie diese Seiten aufgebaut sind