Versatile AI Risk Assessment
Gesundheit und Rettungswesen

KI in der medizinischen Bildauswertung

Englisch: AI in medical imaging

Auf Röntgen-, CT-, MRT- oder Mammographieaufnahmen markiert das System Auffälligkeiten und hilft Ärztinnen und Ärzten, den Befund zu stellen.

Interaktives Modell erkunden

Handout exportieren

Eine kompakte PDF mit Funktionsweise, Datenwegen und Prüfansätzen zum Weitergeben.

Die Erläuterungen und Maßnahmen beschreiben den typischen Aufbau. Viele eigene Änderungen ergänzen einen Anhang.

Den Anwendungsfall verstehen

Was macht diesen Anwendungsfall aus?

Das Modell lernt aus Aufnahmen mit ärztlich gesichertem Befund und markiert dann Auffälligkeiten, stuft Aufnahmen ein oder sortiert die Arbeitsliste. Solche Systeme laufen im deutschen Mammographie-Screening, und in den USA sind Hunderte davon als Medizinprodukte für die Radiologie zugelassen.

Die Seite beschreibt einen typischen Aufbau. Die tatsächlichen Datenwege und Befugnisse ergeben sich aus Ihrer Umsetzung.

Bauform
Auswertung und Verarbeitung
Handlungsmacht
Handlungsrechte je nach Einbindung
Einsatzfelder
Gesundheitswesen
Auch bekannt als
Radiologie-KI, KI-Befundunterstützung, KI im Mammographie-Screening

Funktionsweise und Ablauf

Aufbau und Datenwege

  1. Eingabedaten

    Röntgen-, CT-, MRT- oder Mammographieaufnahmen kommen aus dem Bildarchiv der Klinik oder Praxis.

    Aufnahmen anderer Praxen oder Kliniken stammen nicht von den eigenen Geräten. Manche Systeme beziehen neben der Aufnahme auch Voraufnahmen oder klinische Angaben ein.

  2. Verarbeitung

    Ein Bildmodell sucht nach Mustern, die es aus Aufnahmen mit gesichertem Befund gelernt hat.

    Das Modell verarbeitet die Bilddaten und erzeugt etwa Markierungen, Segmentierungen oder Hinweise auf auffällige Strukturen. Diese Ergebnisse beziehen sich auf die ausgewählte Bildaufgabe und das verwendete Modell. Die Einordnung in den individuellen Befund erfolgt im anschließenden klinischen Arbeitsablauf.

  3. Ergebnisse

    Auffällige Stellen sind markiert, dazu kommt eine Einstufung oder ein Platz in der Arbeitsliste.

    Das Ergebnis beschreibt die definierte Modellaufgabe. Ein Treffer, eine Kategorie oder eine Prognose erhält seine fachliche Bedeutung erst zusammen mit den zugrunde liegenden Daten und dem vorgesehenen Verwendungszweck.

  4. Nutzung und Auswirkungen

    Mit dieser Hilfe stellt die Ärztin oder der Arzt den Befund und entscheidet, ob die Patientin oder der Patient weiter untersucht oder behandelt wird.

    Die Einbindung bestimmt, ob das Ergebnis lediglich angezeigt, nach Freigabe übernommen oder direkt in ein Fachverfahren geschrieben wird. Diese Varianten unterscheiden sich in ihren Datenwegen und Befugnissen.

Aufbau aktiv erkunden: Wählen Sie einen Baustein, um seine Aufgabe, die ein- und ausgehenden Daten und die Einbindung im Anwendungsfall zu sehen. Der geführte Ablauf erläutert jede Phase. Mit Ja, Offen und Nein können Sie anschließend Ihre konkrete Systemvariante abbilden.

So ist das System aufgebaut

8 zuerst zu prüfen11 zu klären6 Grundlagen

EingangVerarbeitungErgebnisWirkung Zugangvon außen 05 Eingabe 31 InhalteDritter 00 KI-Modell 10 Dienst einesAnbieters 11 Dokumenten-sammlung 00 Gedächtnis 00 Training undRückmeldung 11 WeitereKI-Agenten 00 Werkzeuge undSchnittstellen 00 Ergebnis 11 Fachanwendungoder Anlage 01 Mensch 10 BetroffenePerson 00 KI-Diensteohne Freigabe 01 Zugangvon außen 05 Eingabe 31 InhalteDritter 00 KI-Modell 10 Dienst einesAnbieters 11 Dokumenten-sammlung 00 Gedächtnis 00 Training undRückmeldung 11 WeitereKI-Agenten 00 Werkzeuge undSchnittstellen 00 Ergebnis 11 Fachanwendungoder Anlage 01 Mensch 10 BetroffenePerson 00 KI-Diensteohne Freigabe 01
  • Vorhanden
  • Hängt von Ihrem System ab
  • Nicht vorhanden
  • Zuerst zu prüfen
  • Zu klären

Im gezeigten Aufbau: 8 zuerst zu prüfen, 11 zu klären, 6 Grundlagen.

Aufbau als Liste

Abgrenzung zu ähnlichen Anwendungsfällen

Daten und Informationen

Eingabedaten und Informationsquellen

Aufnahmen anderer Praxen oder Kliniken stammen nicht von den eigenen Geräten. Jede Aufnahme gehört zu einer Patientin oder einem Patienten und trägt Name, Geburtsdatum und Untersuchungsdaten.

Verarbeitung und Betriebsumgebung

Die Systeme kommen in der Regel als Medizinprodukt eines Herstellers.

Speicherung und weitere Nutzung

Manche Kliniken passen das Modell mit eigenen Aufnahmen an, die meisten nutzen das Produkt unverändert. Korrigierte Befunde können an den Hersteller zurückgehen und in künftige Fassungen einfließen.

Ergebnisse und Datenweitergabe

Je nach Einbindung legt das System Ergebnisse selbst im Radiologie-Informationssystem ab oder sortiert die Arbeitsliste um. Wertet ein Clouddienst die Aufnahmen aus, verlassen Gesundheitsdaten die eigene Umgebung.

Ein eingebundener Anbieter legt den Verarbeitungsort nicht automatisch fest. Speicherort, Unterauftragnehmer, Löschfristen und die Nutzung für Training sind im konkreten Betrieb zu prüfen.

Risiken einordnen und Maßnahmen festlegen

Vom Systemverständnis zur Risikoanalyse

  1. System abgrenzen

    Daten, Beteiligte, Schnittstellen und Rechte erfassen. Offene Merkmale im Modell klären.

  2. Bedrohungen untersuchen

    Prüfkandidaten auf die tatsächlichen Datenwege beziehen: Was könnte passieren und wer wäre betroffen?

  3. Risiko bewerten

    Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit im Einsatzkontext bewerten. Die Anzahl der Prüfkandidaten ist kein Risikowert.

  4. Maßnahmen nachweisen

    Geeignete Kontrollen auswählen, Verantwortliche und Wirksamkeitsprüfungen festlegen. Restrisiken und Freigaben dokumentieren.

Wichtige Bedrohungen im Anwendungskontext

  • 3 besonders wichtig
  • 5 üblich
  • 11 je nach System
  • 6 weitere bei jedem KI-System

Insgesamt kommen bei diesem Anwendungsfall 25 Bedrohungen aus dem Bedrohungskatalog infrage.

Außerdem prüfen: ob die Ergebnisse fachlich stimmen

Prüfen Sie, wie verlässlich die ausgegebenen Wahrscheinlichkeiten sind, ob Testdaten ins Training gerutscht sind und was ein Fehler im Fachverfahren anrichtet.

Außerdem prüfen: ob das System Gruppen benachteiligt

Prüfen Sie, ob Auswahl, Rangfolge oder Bewertung Menschen mit geschützten Merkmalen benachteiligen, etwa nach Geschlecht, Alter oder Herkunft.

Außerdem prüfen: Sicherheit für Menschen und Anlagen

Prüfen Sie unabhängige Sicherheitsfunktionen, die Grenzen des vorgesehenen Einsatzbereichs und die Sicherheitsnachweise, die Ihre Branche verlangt.

Vorrangige Prüfansätze

  1. Übermäßiges Vertrauen in das KI-System

    Wer täglich viele Aufnahmen mit KI-Markierungen befundet, schaut mit der Zeit vor allem dort genau hin, wo das System etwas markiert hat. Was es nicht markiert, wird dann leichter übersehen.

  2. Modell-Drift & -Degradation

    Ein neues Röntgengerät, andere Aufnahmeeinstellungen oder eine andere Patientengruppe verändern die Bilder, ohne dass das Modell davon erfährt. Die Trefferquote sinkt dann unbemerkt unter den Wert, mit dem das Produkt geprüft wurde.

  3. Unsicherer Umgang mit Modellausgaben

    Sortiert das System die Arbeitsliste nach seiner Einstufung, rücken scheinbar unauffällige Aufnahmen nach hinten. Liegt es falsch, liest jemand einen dringenden Befund erst spät.

5 weitere Prüfkandidaten im typischen Aufbau

Weitere relevante Bedrohungen

  1. Gezielte Datenvergiftung / Label-Vergiftung

    Wer die Kennzeichnungen in den Trainingsdaten fälscht, kann die Ergebnisse des Modells gezielt verschieben.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Lernt aus Beispielen mit richtiger Antwort
  2. Backdoor im ML-Modell

    Über Trainingsdaten oder ein übernommenes Grundmodell kann das Modell versteckte Auslöser für Fehlverhalten enthalten.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Nutzt ein Modell eines anderen Anbieters
  3. Privacy-Angriffe

    Mit gezielten Abfragen lassen sich personenbezogene und schutzbedürftige Trainingsdaten teilweise aus dem Modell zurückgewinnen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaften

    • Verarbeitet personenbezogene Daten
    • Verarbeitet vertrauliche Daten
  4. Offenlegung sensibler Informationen

    Vertrauliche Inhalte können in Antworten, im mitgegebenen Kontext oder in Protokollen auftauchen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaften

    • Verarbeitet personenbezogene Daten
    • Verarbeitet vertrauliche Daten
  5. Exfiltration aus der ML-Anwendung

    Schutzbedürftige Daten können über Werkzeuge, Netzverbindungen, Speicher oder Innentäter abfließen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Verarbeitet vertrauliche Daten

Je nach Aufbau Ihres Systems kommen bis zu 11 weitere hinzu. Neun Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System. Drei davon sind hier besonders wichtig und stehen deshalb oben.

Systemmerkmale und offene Fragen

Jedes Ja setzt weitere Bedrohungen auf Ihre Prüfliste, insgesamt bis zu 11. Können Sie eine Frage noch nicht beantworten, prüfen Sie die Bedrohungen mit.

Wie viele Bedrohungen bei Ja hinzukommen
  • Kommt mit diesem Ja hinzu
  • Braucht zusätzlich ein Ja auf eine andere Frage

Wie Ihr System gebaut ist

  1. Schreibt eigene Texte2 Bedrohungen, 1 weitere nur zusammen mit weiteren Merkmalen
  2. Verarbeitet Text, Bild und Sprache gemeinsam2 Bedrohungen
  3. Lernt aus Ihren eigenen Daten1 Bedrohung, 1 weitere nur zusammen mit weiteren Merkmalen
  4. Verändert Daten oder löst Vorgänge aus1 Bedrohung
  5. Verwertet Rückmeldungen aus dem Betrieb1 Bedrohung

Wie Sie das System betreiben

  1. Ist für Menschen außerhalb der Organisation nutzbar5 Bedrohungen
  2. Nimmt Anfragen direkt über eine Schnittstelle an4 Bedrohungen, 1 weitere nur zusammen mit weiteren Merkmalen
  3. Ist über ein Netzwerk erreichbar2 Bedrohungen, 1 weitere nur zusammen mit weiteren Merkmalen
  4. Verursacht mit jeder Anfrage Kosten1 Bedrohung
  5. Teilt Rechenleistung mit anderen Kunden oder Anwendungen1 Bedrohung
  6. Neben KI-Diensten ohne Freigabe im Einsatz1 Bedrohung

Wie Ihr System gebaut ist

Kann das System selbst etwas verändern, etwa Daten speichern, Nachrichten senden, Buchungen auslösen oder Rechte vergeben?

Je nach Einbindung legt das System Ergebnisse selbst im Radiologie-Informationssystem ab oder sortiert die Arbeitsliste um.

Wenn ja, kommt hinzu

Trainiert oder verfeinert Ihre Organisation das Modell selbst mit eigenen Daten?

Manche Kliniken passen das Modell mit eigenen Aufnahmen an, die meisten nutzen das Produkt unverändert.

Wenn ja, kommt hinzu

Fließen Rückmeldungen oder Ergebnisse aus dem Betrieb später in Auswertung oder Training ein?

Korrigierte Befunde können an den Hersteller zurückgehen und in künftige Fassungen einfließen.

Wenn ja, kommt hinzu

Wie Sie das System betreiben

Diese Fragen stellen sich bei fast jedem KI-System.

Maßnahmen und Umsetzung

Maßnahmen zu den Prüfschwerpunkten sind direkt geöffnet. Die verlinkten Maßnahmen erläutern jeweils die Umsetzung.

Maßnahmen gegen die übrigen Bedrohungen finden Sie auf deren Seiten im Bedrohungskatalog.

Vorschriften der KI-Verordnung

Wann die Vorschriften der KI-Verordnung gelten
  1. Art. 4: KI-Kompetenz

    Für jedes KI-System Gilt seit dem 2. Februar 2025.

  2. Art. 6 Abs. 1, Anhang I Abschnitt A: Sicherheitsbauteil eines geprüften Produkts

    Bei typischem Einsatz Prüfanlass ab dem 2. August 2028.

Gilt für jedes KI-System

Art. 4: KI-Kompetenz

Greift, wenn Beschäftigte oder Beauftragte KI-Systeme betreiben oder nutzen.

Gilt seit dem 2. Februar 2025.

Pflichten und Einzelheiten zu Art. 4: KI-Kompetenz
Wer die Pflichten trägt
Anbieter, Betreiber, Produkthersteller, Anbieter eines KI-Modells mit allgemeinem Verwendungszweck

Die Pflichten im Einzelnen

Kann beim üblichen Einsatz greifen

Art. 6 Abs. 1, Anhang I Abschnitt A: Sicherheitsbauteil eines geprüften Produkts

Greift, wenn das System als Medizinprodukt nach der Verordnung (EU) 2017/745 auf den Markt kommt und eine Benannte Stelle es prüfen muss. Bei Software für Befund und Frühwarnung ist das nach Regel 11 meist der Fall.

Gilt ab dem 2. August 2028.

Pflichten und Einzelheiten zu Art. 6 Abs. 1, Anhang I Abschnitt A: Sicherheitsbauteil eines geprüften Produkts
Allgemein lautet die Bedingung
Greift, wenn das System selbst ein Produkt oder Sicherheitsbauteil eines Produkts ist, das nach den Vorschriften in Anhang I von Dritten geprüft werden muss, etwa Maschinen, Aufzüge, Medizinprodukte oder Spielzeug.
Ausnahme
Systeme, die nur Bedienung, Leistung oder Komfort verbessern und nichts mit Sicherheit zu tun haben, gelten nach Art. 6 Abs. 1a bis 1c nicht als Sicherheitsbauteil.
Wer die Pflichten trägt
Anbieter, Betreiber, Produkthersteller

Die Pflichten im Einzelnen

Ihr System im Schnellprüfer einordnen Alle Pflichten im Pflichtenkompass

Übergreifende Bedrohungen

Diese Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System, egal wofür es eingesetzt wird.

Warum diese Bedrohungen immer dazugehören

Abweichende Systemmerkmale

15 weitere Fragen ansehen

Trifft eine dieser Fragen bei Ihrem System doch zu, kommen die genannten Bedrohungen hinzu.

Quellen

Verwandte Anwendungsfälle

Ebenfalls im Einsatzgebiet Gesundheit und Rettungswesen

Oft zusammen eingesetzt mit

Stand: 30. September 2026. Regelwerk der Prüfliste in Fassung 0.3.2, Bedrohungskatalog in Fassung 2026.10.24.2. Wie diese Seiten aufgebaut sind