Eingabedaten und Informationsquellen
Das System wertet die Akte einzelner Patientinnen und Patienten aus. Vitaldaten, Laborwerte und Diagnosen sind Gesundheitsdaten.
Englisch: Clinical decision support and early warning systems
Das System wertet Vitaldaten, Laborwerte und Patientenakte laufend aus und warnt das Behandlungsteam, wenn sich der Zustand einer Patientin oder eines Patienten zu verschlechtern droht.
Den Anwendungsfall verstehen
Ein Frühwarnsystem berechnet aus der Patientenakte einen Risikowert und schlägt Alarm, sobald er eine Schwelle überschreitet. US-Krankenhäuser nutzen solche Systeme, um eine Sepsis früh zu erkennen. An Michigan Medicine schnitt ein verbreitetes Modell aber deutlich schlechter ab, als der Hersteller angibt.
Die Seite beschreibt einen typischen Aufbau. Die tatsächlichen Datenwege und Befugnisse ergeben sich aus Ihrer Umsetzung.
Aufbau und Datenwege
Aus Überwachung, Labor und Patientenakte kommen laufend Vitaldaten, Laborwerte, Diagnosen und Einträge.
Manche Modelle werten neben Messwerten auch Freitext aus Arztbriefen oder Pflegeberichten aus. Das System wertet die Akte einzelner Patientinnen und Patienten aus.
Ein Modell berechnet daraus für jede Patientin und jeden Patienten ein Risiko, etwa für eine Sepsis.
Das Modell verarbeitet die vorgesehenen klinischen Angaben und kann Verläufe oder Auffälligkeiten einschätzen. Daraus entstehen Hinweise oder priorisierte Meldungen für das Behandlungsteam. Eine Modellwarnung, die klinische Bewertung und eine tatsächlich eingeleitete Behandlung sind getrennte Schritte.
Überschreitet der Risikowert eine Schwelle, erscheint beim Behandlungsteam ein Alarm.
Das Ergebnis beschreibt die definierte Modellaufgabe. Ein Treffer, eine Kategorie oder eine Prognose erhält seine fachliche Bedeutung erst zusammen mit den zugrunde liegenden Daten und dem vorgesehenen Verwendungszweck.
Das Team prüft den Alarm und entscheidet über Untersuchung und Behandlung; ohne Alarm fehlt dieser Anstoß.
Die Einbindung bestimmt, ob das Ergebnis lediglich angezeigt, nach Freigabe übernommen oder direkt in ein Fachverfahren geschrieben wird. Diese Varianten unterscheiden sich in ihren Datenwegen und Befugnissen.
Aufbau aktiv erkunden: Wählen Sie einen Baustein, um seine Aufgabe, die ein- und ausgehenden Daten und die Einbindung im Anwendungsfall zu sehen. Der geführte Ablauf erläutert jede Phase. Mit Ja, Offen und Nein können Sie anschließend Ihre konkrete Systemvariante abbilden.
6 zuerst zu prüfen11 zu klären7 Grundlagen
Das Bild zeigt den Anwendungsfall, wie er typischerweise gebaut ist. Wählen Sie einen Baustein, um zu sehen, was dort geschieht, und stellen Sie seine Merkmale auf Ihr System um. Mit „Analysehinweise“ sehen Sie anschließend, welche Prüfkandidaten zu diesem Aufbau gehören. Die Prüfliste der Seite bleibt auf den typischen Fall bezogen.
Noch keine. Jede Umstellung erscheint hier.
Im gezeigten Aufbau: 6 zuerst zu prüfen, 11 zu klären, 7 Grundlagen.
Zugang von außen: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Eingabe: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Zu klären
Grundlage für jedes KI-System
KI-Modell: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Dienst eines Anbieters: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Training und Rückmeldung: Vorhanden
Zuerst prüfen
Zu klären
Ergebnis: Gehört zu jedem KI-System
Grundlage für jedes KI-System
Fachanwendung oder Anlage: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Mensch: Gehört zu jedem KI-System
Zuerst prüfen
Betroffene Person: Vorhanden
KI-Dienste ohne Freigabe: Hängt von Ihrem System ab
Zu klären
Lieferkette und technische Basis: 5 Grundlagen, die für jedes KI-System gelten
Grundlage für jedes KI-System
KI in der medizinischen Bildauswertung
Wertet einzelne Röntgen-, CT-, MRT- oder Mammographieaufnahmen aus
KI-Unterstützung in der Notrufannahme
Hört Notrufe mit und gibt der Leitstelle Hinweise, etwa auf einen Herzstillstand
Das System wertet die Akte einzelner Patientinnen und Patienten aus. Vitaldaten, Laborwerte und Diagnosen sind Gesundheitsdaten.
Das Epic Sepsis Model gehört zum Krankenhausinformationssystem des Herstellers, andere Modelle stammen aus der Forschung.
Manche Häuser entwickeln oder verfeinern das Modell mit eigenen Behandlungsdaten, andere übernehmen das Modell ihres Softwareanbieters. Bestätigte und verworfene Alarme können in die Weiterentwicklung des Modells einfließen.
Je nach Einbindung zeigt das System den Alarm nur an oder legt im Krankenhausinformationssystem selbst Aufgaben oder Vorschläge für Anordnungen an. Läuft das Modell beim Anbieter, verlassen Gesundheitsdaten das eigene Haus.
Ein eingebundener Anbieter legt den Verarbeitungsort nicht automatisch fest. Speicherort, Unterauftragnehmer, Löschfristen und die Nutzung für Training sind im konkreten Betrieb zu prüfen.
Risiken einordnen und Maßnahmen festlegen
Daten, Beteiligte, Schnittstellen und Rechte erfassen. Offene Merkmale im Modell klären.
Prüfkandidaten auf die tatsächlichen Datenwege beziehen: Was könnte passieren und wer wäre betroffen?
Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit im Einsatzkontext bewerten. Die Anzahl der Prüfkandidaten ist kein Risikowert.
Geeignete Kontrollen auswählen, Verantwortliche und Wirksamkeitsprüfungen festlegen. Restrisiken und Freigaben dokumentieren.
Insgesamt kommen bei diesem Anwendungsfall 24 Bedrohungen aus dem Bedrohungskatalog infrage.
Außerdem prüfen: ob die Ergebnisse fachlich stimmen
Prüfen Sie, wie verlässlich die ausgegebenen Wahrscheinlichkeiten sind, ob Testdaten ins Training gerutscht sind und was ein Fehler im Fachverfahren anrichtet.
Außerdem prüfen: ob das System Gruppen benachteiligt
Prüfen Sie, ob Auswahl, Rangfolge oder Bewertung Menschen mit geschützten Merkmalen benachteiligen, etwa nach Geschlecht, Alter oder Herkunft.
Außerdem prüfen: Sicherheit für Menschen und Anlagen
Prüfen Sie unabhängige Sicherheitsfunktionen, die Grenzen des vorgesehenen Einsatzbereichs und die Sicherheitsnachweise, die Ihre Branche verlangt.
Ein anderswo entwickeltes Modell trifft auf andere Patientinnen und Patienten, Abläufe und Dokumentationsgewohnheiten und liefert schlechtere Ergebnisse. An Michigan Medicine blieb die gemessene Güte deutlich hinter der Herstellerangabe zurück.
Übermäßiges Vertrauen in das KI-System
Verlässt sich das Team darauf, dass das System bei einer Sepsis Alarm gibt, gilt ein Patient ohne Alarm schnell als stabil. Die Behandlung beginnt dann zu spät.
Offenlegung sensibler Informationen
Für Entwicklung und Betrieb braucht das Modell vollständige Behandlungsverläufe vieler Patientinnen und Patienten. Gelangen diese Daten beim Training oder beim Anbieter an Unbefugte, liegen Diagnosen und Laborwerte offen.
Gezielte Datenvergiftung / Label-Vergiftung
Wer die Kennzeichnungen in den Trainingsdaten fälscht, kann die Ergebnisse des Modells gezielt verschieben.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Mit gezielten Abfragen lassen sich personenbezogene und schutzbedürftige Trainingsdaten teilweise aus dem Modell zurückgewinnen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaften
Exfiltration aus der ML-Anwendung
Schutzbedürftige Daten können über Werkzeuge, Netzverbindungen, Speicher oder Innentäter abfließen.
Steht hier wegen dieser Eigenschaft
Je nach Aufbau Ihres Systems kommen bis zu 11 weitere hinzu. Neun Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System. Zwei davon sind hier besonders wichtig und stehen deshalb oben.
Jedes Ja setzt weitere Bedrohungen auf Ihre Prüfliste, insgesamt bis zu 11. Können Sie eine Frage noch nicht beantworten, prüfen Sie die Bedrohungen mit.
Wie Ihr System gebaut ist
Wie Sie das System betreiben
Je nach Einbindung zeigt das System den Alarm nur an oder legt im Krankenhausinformationssystem selbst Aufgaben oder Vorschläge für Anordnungen an.
Wenn ja, kommt hinzu
Manche Häuser entwickeln oder verfeinern das Modell mit eigenen Behandlungsdaten, andere übernehmen das Modell ihres Softwareanbieters.
Wenn ja, kommt hinzu
Das Epic Sepsis Model gehört zum Krankenhausinformationssystem des Herstellers, andere Modelle stammen aus der Forschung.
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Bestätigte und verworfene Alarme können in die Weiterentwicklung des Modells einfließen.
Wenn ja, kommt hinzu
Manche Modelle werten neben Messwerten auch Freitext aus Arztbriefen oder Pflegeberichten aus.
Wenn ja, kommt hinzu
Diese Fragen stellen sich bei fast jedem KI-System.
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Wenn ja, kommt hinzu
Maßnahmen zu den Prüfschwerpunkten sind direkt geöffnet. Die verlinkten Maßnahmen erläutern jeweils die Umsetzung.
Maßnahmen gegen die übrigen Bedrohungen finden Sie auf deren Seiten im Bedrohungskatalog.
Für jedes KI-System Gilt seit dem 2. Februar 2025.
Bei typischem Einsatz Prüfanlass ab dem 2. August 2028.
Greift, wenn Beschäftigte oder Beauftragte KI-Systeme betreiben oder nutzen.
Gilt seit dem 2. Februar 2025.
Die Pflichten im Einzelnen
Greift, wenn das System als Medizinprodukt nach der Verordnung (EU) 2017/745 in Verkehr kommt und eine Benannte Stelle seine Konformität bewerten muss, wie nach Regel 11 meist bei Software für Befund und Frühwarnung.
Gilt ab dem 2. August 2028.
Die Pflichten im Einzelnen
Ein Frühwarnsystem auf Station bewertet keine Notrufe und sortiert keine Patientinnen und Patienten in der Notfallversorgung nach Dringlichkeit. Anders kann es sein, wenn die Notaufnahme es zur Ersteinschätzung nutzt.
Die Pflichten im Einzelnen
Ihr System im Schnellprüfer einordnen Alle Pflichten im Pflichtenkompass
Diese Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System, egal wofür es eingesetzt wird.
Trifft eine dieser Fragen bei Ihrem System doch zu, kommen die genannten Bedrohungen hinzu.
Schreibt das System eigene Texte, etwa Antworten, Entwürfe oder Zusammenfassungen?
Das System gibt einen Risikowert und einen Alarm aus und formuliert keine eigenen Texte.
Wenn ja, kommt hinzu
Erzeugt oder verändert das System Bilder, Töne, Stimmen oder Videos?
Wenn ja, kommt hinzu
Schreibt oder gestaltet das System auf freie Anfrage neue Inhalte, die Menschen direkt lesen, sehen oder hören? Übersetzen, Vorlesen und Abschreiben zählen nicht.
Wenn ja, kommt hinzu
Kann man dem System in normaler Sprache Aufträge geben, die es dann ausführt?
Wenn ja, kommt hinzu
Sucht das System in einer eigenen Sammlung von Dokumenten oder Datensätzen nach passenden Inhalten?
Wenn ja, kommt hinzu
Formuliert das System seine Antwort aus gefundenen Dokumenten?
Wenn ja, kommt hinzu
Nutzt das System ein Begriffsnetz (Wissensgraph), in dem Begriffe und ihre Beziehungen gespeichert sind?
Wenn ja, kommt hinzu
Merkt sich das System Inhalte aus früheren Gesprächen oder Aufgaben und nutzt sie später wieder?
Wenn ja, kommt hinzu
Ruft das System selbst andere Programme, Schnittstellen oder Suchdienste auf, auch wenn es dort nur liest?
Wenn ja, kommt hinzu
Legt das System seine nächsten Arbeitsschritte selbst fest, je nachdem, was vorher herauskam?
Wenn ja, kommt hinzu
Gibt das System Aufgaben an andere KI-Agenten weiter oder übernimmt es deren Ergebnisse?
Wenn ja, kommt hinzu
Ist das System über das Model Context Protocol (MCP) an Werkzeuge oder Datenquellen angebunden?
Wenn ja, kommt hinzu
Verarbeitet das System Inhalte, die Außenstehende verfasst oder verändert haben können, etwa E-Mails, Uploads oder Webseiten?
Die Daten stammen aus Überwachungsgeräten, Labor und Patientenakte des eigenen Hauses.
Wenn ja, kommt hinzu
Liegen Dokumente mehrerer Kunden, Abteilungen oder Berechtigungsgruppen im selben Suchspeicher?
Wenn ja, kommt hinzu
Erzeugt das System Programmcode, Skripte oder Datenbankabfragen, die weiterverwendet werden?
Wenn ja, kommt hinzu
Führt das System selbst Programme, Skripte oder Befehle aus?
Wenn ja, kommt hinzu
Soll das System eine vorgegebene Kennzahl möglichst verbessern, etwa Umsatz, Auslastung oder Klicks?
Wenn ja, kommt hinzu
Die prospektive Studie untersucht ein Frühwarnsystem auf Grundlage maschinellen Lernens, das an fünf Krankenhäusern im Einsatz war.
Der frei zugängliche Eintrag fasst die Studie zusammen, mit 590.736 überwachten Patientinnen und Patienten und niedrigerer Sterblichkeit bei schnell bestätigtem Alarm.
Die Studie prüft das Epic Sepsis Model an 38.455 Krankenhausaufenthalten und misst ein Gütemaß (AUC) von 0,63 statt der vom Hersteller genannten 0,76 bis 0,83.
Stand: 30. September 2026. Regelwerk der Prüfliste in Fassung 0.3.2, Bedrohungskatalog in Fassung 2026.10.24.2. Wie diese Seiten aufgebaut sind