Versatile AI Risk Assessment
Dokumente und Sachbearbeitung

Automatische Anonymisierung und Schwärzung

Englisch: Automated anonymisation, PII redaction

Das System findet Namen, Anschriften und andere Personenangaben in Dokumenten und schlägt Schwärzungen vor, die ein Mensch freigibt.

Interaktives Modell erkunden

Handout exportieren

Eine kompakte PDF mit Funktionsweise, Datenwegen und Prüfansätzen zum Weitergeben.

Die Erläuterungen und Maßnahmen beschreiben den typischen Aufbau. Viele eigene Änderungen ergänzen einen Anhang.

Den Anwendungsfall verstehen

Was macht diesen Anwendungsfall aus?

Die Justiz in Baden-Württemberg und Hessen anonymisiert so Gerichtsentscheidungen vor der Veröffentlichung. Die Stadt Amsterdam schwärzt damit Unterlagen, die sie auf Anfrage herausgibt.

Die Seite beschreibt einen typischen Aufbau. Die tatsächlichen Datenwege und Befugnisse ergeben sich aus Ihrer Umsetzung.

Bauform
Auswertung und Verarbeitung
Handlungsmacht
Handlungsrechte je nach Einbindung
Einsatzfelder
Justiz, öffentliche Verwaltung
Auch bekannt als
Schwärzungssoftware, Pseudonymisierung, PII-Erkennung

Funktionsweise und Ablauf

Aufbau und Datenwege

  1. Eingabedaten

    Eine Gerichtsentscheidung, eine Akte oder ein anderes Dokument soll veröffentlicht oder herausgegeben werden.

    Schriftsätze, Anträge und Schreiben stammen auch von Beteiligten und Außenstehenden. Bei Scans wertet das System Bild und Text gemeinsam aus, um die Schwärzung an die richtige Stelle zu setzen.

  2. Verarbeitung

    Ein Erkennungsmodell sucht Namen, Anschriften und andere Angaben, die eine Person erkennbar machen.

    Ein Erkennungsmodell markiert Textstellen oder Bildbereiche, die Personen zugeordnet werden können. Eine Bearbeitungskomponente ersetzt oder entfernt die ausgewählten Stellen. Erkennen, Vorschlagen und technisch wirksames Entfernen sind getrennte Schritte; eine sichtbare schwarze Fläche allein beschreibt noch nicht, welche Daten in der Datei erhalten bleiben.

  3. Ergebnisse

    Das System schlägt Schwärzungen oder Platzhalter vor, die eine Beschäftigte prüft und freigibt.

    Das Ergebnis beschreibt die definierte Modellaufgabe. Ein Treffer, eine Kategorie oder eine Prognose erhält seine fachliche Bedeutung erst zusammen mit den zugrunde liegenden Daten und dem vorgesehenen Verwendungszweck.

  4. Nutzung und Auswirkungen

    Das bearbeitete Dokument wird veröffentlicht oder an die Antragstellenden herausgegeben.

    Die Einbindung bestimmt, ob das Ergebnis lediglich angezeigt, nach Freigabe übernommen oder direkt in ein Fachverfahren geschrieben wird. Diese Varianten unterscheiden sich in ihren Datenwegen und Befugnissen.

Aufbau aktiv erkunden: Wählen Sie einen Baustein, um seine Aufgabe, die ein- und ausgehenden Daten und die Einbindung im Anwendungsfall zu sehen. Der geführte Ablauf erläutert jede Phase. Mit Ja, Offen und Nein können Sie anschließend Ihre konkrete Systemvariante abbilden.

So ist das System aufgebaut

5 zuerst zu prüfen17 zu klären8 Grundlagen

EingangVerarbeitungErgebnisWirkung Zugangvon außen 05 Eingabe 31 InhalteDritter 00 KI-Modell 05 Dienst einesAnbieters 01 Dokumenten-sammlung 00 Gedächtnis 00 Training undRückmeldung 12 WeitereKI-Agenten 00 Werkzeuge undSchnittstellen 00 Ergebnis 01 Fachanwendungoder Anlage 01 Mensch 10 BetroffenePerson 00 KI-Diensteohne Freigabe 01 Zugangvon außen 05 Eingabe 31 InhalteDritter 00 KI-Modell 05 Dienst einesAnbieters 01 Dokumenten-sammlung 00 Gedächtnis 00 Training undRückmeldung 12 WeitereKI-Agenten 00 Werkzeuge undSchnittstellen 00 Ergebnis 01 Fachanwendungoder Anlage 01 Mensch 10 BetroffenePerson 00 KI-Diensteohne Freigabe 01
  • Vorhanden
  • Hängt von Ihrem System ab
  • Nicht vorhanden
  • Zuerst zu prüfen
  • Zu klären

Im gezeigten Aufbau: 5 zuerst zu prüfen, 17 zu klären, 8 Grundlagen.

Aufbau als Liste

Abgrenzung zu ähnlichen Anwendungsfällen

Daten und Informationen

Eingabedaten und Informationsquellen

Schriftsätze, Anträge und Schreiben stammen auch von Beteiligten und Außenstehenden. Das System sucht gezielt nach Namen, Anschriften, Geburtsdaten und anderen Angaben zu Personen.

Verarbeitung und Betriebsumgebung

Das Modell verarbeitet die Eingaben. Ob es intern oder bei einem Dienstleister läuft, muss für die konkrete Umsetzung geklärt werden.

Speicherung und weitere Nutzung

Manche Betreiber trainieren die Erkennung mit eigenen Entscheidungen oder Akten nach. Korrekturen bei der Freigabe können als neue Lernbeispiele zurückfließen.

Ergebnisse und Datenweitergabe

Je nach Ablauf wirken Schwärzungen sofort oder erst nach einer Freigabe; bei JANO und in Amsterdam gibt ein Mensch frei. Bei einem Clouddienst verlassen die noch nicht geschwärzten Dokumente die eigene Umgebung.

Ein eingebundener Anbieter legt den Verarbeitungsort nicht automatisch fest. Speicherort, Unterauftragnehmer, Löschfristen und die Nutzung für Training sind im konkreten Betrieb zu prüfen.

Risiken einordnen und Maßnahmen festlegen

Vom Systemverständnis zur Risikoanalyse

  1. System abgrenzen

    Daten, Beteiligte, Schnittstellen und Rechte erfassen. Offene Merkmale im Modell klären.

  2. Bedrohungen untersuchen

    Prüfkandidaten auf die tatsächlichen Datenwege beziehen: Was könnte passieren und wer wäre betroffen?

  3. Risiko bewerten

    Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit im Einsatzkontext bewerten. Die Anzahl der Prüfkandidaten ist kein Risikowert.

  4. Maßnahmen nachweisen

    Geeignete Kontrollen auswählen, Verantwortliche und Wirksamkeitsprüfungen festlegen. Restrisiken und Freigaben dokumentieren.

Wichtige Bedrohungen im Anwendungskontext

  • 3 besonders wichtig
  • 2 üblich
  • 17 je nach System
  • 8 weitere bei jedem KI-System

Insgesamt kommen bei diesem Anwendungsfall 30 Bedrohungen aus dem Bedrohungskatalog infrage.

Vorrangige Prüfansätze

  1. Offenlegung sensibler Informationen

    Das System erkennt einen ungewöhnlich geschriebenen Namen oder eine Angabe in einer Fußnote nicht. Das Dokument wird veröffentlicht, und die Person ist darin erkennbar.

  2. Privacy-Angriffe

    Namen sind geschwärzt, aber Beruf, Wohnort und Tatzeit stehen noch im Text. Wer die veröffentlichte Entscheidung mit anderen Quellen abgleicht, kann die Person trotzdem bestimmen.

  3. Übermäßiges Vertrauen in das KI-System

    Die Vorschläge stimmen meistens, und die Freigabe wird zur Routine. Übersehene Stellen fallen dann erst auf, wenn das Dokument veröffentlicht ist.

2 weitere Prüfkandidaten im typischen Aufbau

Weitere relevante Bedrohungen

  1. Gezielte Datenvergiftung / Label-Vergiftung

    Wer die Kennzeichnungen in den Trainingsdaten fälscht, kann die Ergebnisse des Modells gezielt verschieben.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Lernt aus Beispielen mit richtiger Antwort
  2. Exfiltration aus der ML-Anwendung

    Schutzbedürftige Daten können über Werkzeuge, Netzverbindungen, Speicher oder Innentäter abfließen.

    Steht hier wegen dieser Eigenschaft

    • Verarbeitet vertrauliche Daten

Je nach Aufbau Ihres Systems kommen bis zu 17 weitere hinzu. Neun Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System. Eine davon ist hier besonders wichtig und steht deshalb oben.

Systemmerkmale und offene Fragen

Jedes Ja setzt weitere Bedrohungen auf Ihre Prüfliste, insgesamt bis zu 17. Können Sie eine Frage noch nicht beantworten, prüfen Sie die Bedrohungen mit.

Wie viele Bedrohungen bei Ja hinzukommen
  • Kommt mit diesem Ja hinzu
  • Braucht zusätzlich ein Ja auf eine andere Frage

Wie Ihr System gebaut ist

  1. Führt Aufträge in normaler Sprache aus5 Bedrohungen
  2. Schreibt eigene Texte2 Bedrohungen, 1 weitere nur zusammen mit weiteren Merkmalen
  3. Lernt aus Ihren eigenen Daten2 Bedrohungen, 1 weitere nur zusammen mit weiteren Merkmalen
  4. Verarbeitet Text, Bild und Sprache gemeinsam2 Bedrohungen
  5. Verändert Daten oder löst Vorgänge aus1 Bedrohung
  6. Nutzt ein Modell eines anderen Anbieters1 Bedrohung
  7. Verwertet Rückmeldungen aus dem Betrieb1 Bedrohung

Wie Sie das System betreiben

  1. Nimmt Anfragen direkt über eine Schnittstelle an4 Bedrohungen, 1 weitere nur zusammen mit weiteren Merkmalen
  2. Ist über ein Netzwerk erreichbar2 Bedrohungen, 1 weitere nur zusammen mit weiteren Merkmalen
  3. Verursacht mit jeder Anfrage Kosten1 Bedrohung
  4. Teilt Rechenleistung mit anderen Kunden oder Anwendungen1 Bedrohung
  5. Neben KI-Diensten ohne Freigabe im Einsatz1 Bedrohung

Wie Ihr System gebaut ist

Kann das System selbst etwas verändern, etwa Daten speichern, Nachrichten senden, Buchungen auslösen oder Rechte vergeben?

Je nach Ablauf wirken Schwärzungen sofort oder erst nach einer Freigabe; bei JANO und in Amsterdam gibt ein Mensch frei.

Wenn ja, kommt hinzu

Stammt das Modell oder sein Grundmodell von einem anderen Anbieter, auch wenn es bei Ihnen läuft?

Wenn ja, kommt hinzu

Fließen Rückmeldungen oder Ergebnisse aus dem Betrieb später in Auswertung oder Training ein?

Korrekturen bei der Freigabe können als neue Lernbeispiele zurückfließen.

Wenn ja, kommt hinzu

Verarbeitet das System mehrere Arten von Eingaben zusammen, etwa Text mit Bild oder Sprache?

Bei Scans wertet das System Bild und Text gemeinsam aus, um die Schwärzung an die richtige Stelle zu setzen.

Wenn ja, kommt hinzu

Wie Sie das System betreiben

Diese Fragen stellen sich bei fast jedem KI-System.

Maßnahmen und Umsetzung

Maßnahmen zu den Prüfschwerpunkten sind direkt geöffnet. Die verlinkten Maßnahmen erläutern jeweils die Umsetzung.

Maßnahmen gegen die übrigen Bedrohungen finden Sie auf deren Seiten im Bedrohungskatalog.

Vorschriften der KI-Verordnung

Gilt für jedes KI-System

Art. 4: KI-Kompetenz

Greift, wenn Beschäftigte oder Beauftragte KI-Systeme betreiben oder nutzen.

Gilt seit dem 2. Februar 2025.

Pflichten und Einzelheiten zu Art. 4: KI-Kompetenz
Wer die Pflichten trägt
Anbieter, Betreiber, Produkthersteller, Anbieter eines KI-Modells mit allgemeinem Verwendungszweck

Die Pflichten im Einzelnen

Greift in der Regel nicht

Anhang III Nr. 8 Buchst. a: Rechtspflege

Das System bereitet Entscheidungen für die Veröffentlichung auf. Es hilft Gerichten nicht dabei, Sachverhalte zu ermitteln oder Rechtsvorschriften auszulegen.

Pflichten und Einzelheiten zu Anhang III Nr. 8 Buchst. a: Rechtspflege
Allgemein lautet die Bedingung
Greift, wenn das System Gerichte oder Schlichtungsstellen dabei unterstützt, Sachverhalte zu ermitteln und Recht auszulegen.
Ausnahme
Reine Hilfstätigkeiten wie das Anonymisieren von Urteilen oder die Verständigung unter Beschäftigten sind nach Erwägungsgrund 61 nicht erfasst.
Wer die Pflichten trägt
Anbieter, Betreiber, Produkthersteller

Die Pflichten im Einzelnen

Ihr System im Schnellprüfer einordnen Alle Pflichten im Pflichtenkompass

Übergreifende Bedrohungen

Diese Bedrohungen prüfen Sie bei jedem KI-System, egal wofür es eingesetzt wird.

Warum diese Bedrohungen immer dazugehören

Abweichende Systemmerkmale

15 weitere Fragen ansehen

Trifft eine dieser Fragen bei Ihrem System doch zu, kommen die genannten Bedrohungen hinzu.

Quellen

Verwandte Anwendungsfälle

Ebenfalls im Einsatzgebiet Dokumente und Sachbearbeitung

Oft zusammen eingesetzt mit

Stand: 30. September 2026. Regelwerk der Prüfliste in Fassung 0.3.2, Bedrohungskatalog in Fassung 2026.10.24.2. Wie diese Seiten aufgebaut sind